Freiwillig hinter schwedischen Gardinen

Neue Mitmach-Ideen: heute nur die guten
tobias-feld

Die gute Idee: Von den Nachbarn lernen, heißt Demokratie lernen. Im Allgemeinen. Aber auch im Speziellen. In der Schweiz gossen gerade vierzig Kreative ihre Kritik an der neuen Gesetzesinitiative zum Urheberrecht in einen offenen Brief an Christoph Blocher, Justizminister im Schweizer Bundesrat. Darin fordern sie, doch auch den Mehrwert frei fließender Informationen und Kunst anzuerkennen und den Künstler in seinen Rechten zu stärken. Sie wollen damit die gerade europaweit geführte Diskussion um geistiges Eigentum anheizen. Und das, wo doch das geplante Schweizer Model europaweit zu den freizügigsten zählen würde: illegales Downloaden aus Peer-to-Peer Netzwerken bliebe nämlich demnach immer noch straffrei.

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Illustration: Julia Schubert

Foto: fairsharing / Netzwerk Freies Wissen Die bessere Idee: Hierzulande selbst mitmachen! Gesetze lancieren heißt konkret: Wer am lautesten schreit, hat gewonnen. Und da auf massiven Druck der Phono-Wirtschaft die sogenannte Bagatell-Klausel, nach der die Vervielfältigung einiger weniger urheberrechtlich geschützter Werke für den privaten Gebrauch straffrei bleiben soll, passé ist, gibt es jetzt das erste Online Gefängnis der Welt. Jeder kann sich frei nach der legendären Kampagne „Wir haben abgetrieben!“ selbst denunzieren: Wir haben privat kopiert! Dadurch soll noch mal die Diskussion ums heimische Urheberrecht befeuert werden, bevor es dann zur finalen Gesetzesfassung kommt. Denn privat kopieren ist kein Verbrechen und macht obendrein jeder, meint Oliver Moldenhauer vom Netzwerk-Freies-Wissen, einer der drei Protagonisten der Kampagne.

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