Gute Idee? Protest mit Durchschlagskraft und virtuelle Volksnähe

Gute Idee: Wir schießen jetzt mit Spiegelblitzen Dass man Protest auch eher von der spirituellen Seite angehen kann, stellen am Montag die Maya-Indios aus Guatemala unter Beweis: Um ihrem Missmut über den Besuch einer heiligen Maya-Stätte durch US-Präsidenten Bush während seiner Südamerika Reise Ausdruck zu verleihen, wollen diese ihn unter Beschuss stellen – allerdings mit geringer körperlicher Verletzungsgefahr.
barbara-wopperer

Gute Idee: Wir schießen jetzt mit Spiegelblitzen Dass man Protest auch eher von der spirituellen Seite angehen kann, stellen am Montag die Maya-Indios aus Guatemala unter Beweis: Um ihrem Missmut über den Besuch einer heiligen Maya-Stätte durch US-Präsidenten Bush während seiner Südamerika Reise Ausdruck zu verleihen, wollen diese ihn unter Beschuss stellen – allerdings mit geringer körperlicher Verletzungsgefahr. Geplant ist, während seines Besuchs der Stätten von Iximche – einstige Hauptstadt eines Maya-Reichs - aus den umliegenden Bergen mit Spiegelblitzen auf den Helikopter des Präsidenten zu schießen. Im Anschluss an seinen Besuch soll Iximche dann spirituell von bösen Geistern gereinigt werden. Da wünschte man sich doch, der nicht minder religiöse US-Präsident würde auch einmal auf solch unkonventionellen Waffeneinsatz zurückgreifen.

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Illustration: Julia Schubert

Schlechte Idee: Mit der EU ins „Second Life“ Es ist ja kein Geheimnis, dass die EU sich schwer damit tut, ihre Ziele und Werte dem gemeinen Volk nahe zu bringen. So gesehen ist es natürlich ein hehres Ansinnen, die Kommunikationslage zu verbessern; dafür kann man auch schon mal auf ungewöhnliche Kanäle zurückgreifen. Dass es die EU jetzt aber unzähligen Unternehmen gleichtut und somit auf einen schon lange angefahrenen Zug aufspringt, ist nicht ungewöhnlich, sondern unsinnig: Ausgerechnet mit einem EU-Büro in „Second Life“ wollen die Strategen der Europäischen Union nun „an die EU-Bürger herantreten und so besser mit ihnen kommunizieren.“ Frei nach der Logik: Was wir im echten Leben nicht vermitteln können, das dringt in der virtuellen Welt bestimmt durch. Immerhin: Es werde aber auch nach anderen, nicht-traditionellen Kanälen der Kommunikation gesucht, so der Sprecher der EU-Kommission. Da bleibt ja noch Hoffnung, dass irgendwann, am Ende des Tages, die Botschaft da ankommt, wo sie ganz offensichtlich hin soll: bei uns. Foto: dpa

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