YouTube für Texte: Dokumente finden mit Doktus

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Ein passendes Dokument zu einem speziellen Thema zu suchen, ist oft nervtötend. Referenzmaterial für die Hausarbeit oder das Schulreferat versteckt sich gern in einem unübersichtlichen Wust aus Datenbanken, Subverzeichnissen und Metatabellen. Wer darüber hinaus nach Vorlagen für Verträge, Bewerbungen und Anschreiben sucht, der landet meist bei kostenpflichtigen Angeboten. Doktus löst diese Probleme mithilfe nutzergenerierter Inhalte. Ende August ging die Plattform als Beta-Version online, seit dem ersten September gibt es die Live-Version. "Das Feedback ist beeindruckend", sagt Tilo Bonow, Sprecher von doktus.de. "Allein im ersten Monat sind über 25 000 Dokumente hochgeladen worden, die jetzt aus unserer Datenbank abrufbar sind." Ausschlaggebend dafür ist die Nutzerfreundlichkeit der Seite. Das Angebot ist in 18 Hauptkategorien unterteilt, die sich wiederum in verschiedene Spezialbereiche aufsplitten. Darin enthalten sind die unterschiedlichsten Dokumentenarten, von allgemeinen Fachdefinitionen, Referaten und Hausarbeiten bis hin zu Ratgebern, Lehrplänen und Sammelsurien, die im weitesten Sinn die jeweilige Fachrichtung behandeln. Auch Exotisches wie die Kaufberatung für einen Mercedes W126 oder das Abrechnungsformular des Schulungszentrums Augsburg-Kissing findet sich unter den verfügbaren Texten. Dabei bietet Doktus die Vorteile eines usergenerierten Web-2.0-Dienstes. Die Volltextsuche nach Stichworten erfolgt schnell und zuverlässig, die Suchergebnisse werden bei Abruf als Flashpaper dargestellt und können im doc-, PDF- oder txt-Format heruntergeladen werden. Eine einfache Werkzeugleiste ermöglicht Zoom, Blättern, Scrollen, Drucken und gezielte Textauswahl. Ein sich selbst aktualisierendes Ranking gibt Aufschluss über die am häufigsten heruntergeladenen Texte. Was außerdem angenehm auffällt: Es gibt bis jetzt keine Werbung auf doktus.de.

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Illustration: Julia Schubert

Die hilfreiche Werkzeugleiste erleichtert den Umgang mit den Dokumenten YouTube für Texte "Was uns überrascht hat, ist, dass Musiknoten momentan am häufigsten abgerufen werden. Hausarbeiten stehen auf Platz zwei, gefolgt von humorigen Inhalten wie Sprüchen, Zitaten, Einladungen und Feieransprachen", erklärt Bonow. Dass gerade Dinge wie Witze und Zitatsammlungen besonders beliebt sind, ist eigentlich verwunderlich, denn die kann man sich auch von den entsprechenden Internetseiten herunterladen. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Doktus-Nutzer die bequeme Formatierung der Inhalte schätzen. Man kann sich alle Texte mit einem Klick ausdrucken und braucht sie nicht zuvor in ein eigenes Dokument zu kopieren. YouTube basiert ja auf einem ähnlichen Prinzip. Filme gab es auch schon vorher im Internet, aber die bequeme Darstellung und Nutzbarkeit macht den Vorteil aus. Deswegen bezeichnen wir Doktus auch gern als 'das YouTube für Texte'." In diesem Zusammenhang drängt sich natürlich die Frage nach Urheberrechtsproblemen auf. "Für Hosting-Services, die keine Prüfinstanz für die Inhalte haben, ist das 'Notice and take down'-Verfahren üblich. Das heißt, die Nutzer können die Betreiber per Mausklick über bedenkliche oder illegale Inhalte informieren, die dann schnellstmöglich von der Seite entfernt werden." Der Doktus-Service ist für den Nutzer kostenfrei und soll es in Zukunft auch bleiben. "Bislang wird die Seite von den Gründern selbst finanziert", so Bonow. "Um Doktus weiterhin am Laufen zu halten, werden wir künftig vermutlich nicht auf Werbung verzichten können, aber gleichzeitig auch das Angebot erweitern. Eine internationale Version wäre denkbar, außerdem finden wir die Idee spannend, nach dem YouTube- und MySpace-Vorbild bisher unbekannte Hobby-Autoren berühmt zu machen. Die Möglichkeiten sind da ziemlich breit gefächert. Und wenn jemand eine gute Idee hat, Doktus noch besser und größer zu machen – man kann sich über ein Feedback-Formular an die Betreiber wenden. Da die Plattform ständig weiterwächst, freut sich das Team über jeden guten Vorschlag." Screenshots: doktus.de

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