In den Schuhen von: Marilyn Manson, Schockrocker und Journalisten-Schreck

Weil Elternschreck Marilyn Manson negative Berichterstattung nicht mehr dulden will, droht er, bei negativer Berichterstattung in Zukunft persönlich bei den jeweiligen Journalisten vorbeizuschauen.
christina-waechter

Was sind das für Schuhe? Im Zweifel handelt es sich bei seinen Schuhen um schwarze Lederbotten, die man im Fachhandel für Fetisch-Kleidung bekommt: Viele Schnallen, viel Absatz und insgesamt sehr, ähm, kontrovers. Zumindest für den Mainstream, der sich auch vor „Schockrockern“, wie Marilyn Manson fürchtet. Wo kommen diese Schuhe her? Ursprünglich aus Ohio, wo Manson, der mit bürgerlichem Namen Brian Hugh Warner heißt, vor 40 Jahren geboren wurde. Nach dem Schulabschluss schrieb er sich am College ein, um Journalismus zu studieren. Praktische Erfahrungen auf dem Gebiet machte er während seines Studiums als Musikjournalist. Während dieser Zeit muss es ihm wohl eingefallen sein, dass er eigentlich genauso gut selbst Musiker werden könnte. Also wurde er zur Kunstfigur Marilyn Manson (benannt nach Hollywoodschönheit und Massenmörder) und verdient sein Geld seitdem mit Musik. Manson wurde relativ schnell berühmt und zum Posterboy für an der Oberflächlichkeit der Welt verzweifelnde und ausschließlich Schwarz tragende Teenager. 2005 heiratete er die Burlesque-Tänzerin Dita von Teese, die genau ein Jahr später die Scheidung wegen „unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten“ einreichte. Diese bestanden wohl hauptsächlich aus Mansons übermäßigen Drogen- und Alkoholkonsum, sowie einer Affäre, die er mit der damals achtzehnjährigen Schauspielerin Evan Rachel Wood begonnen hatte. Wo gehen diese Schuhe hin? So wie es momentan aussieht, geradewegs rein in jene Institution, in die sich amerikanische Promis gerne begeben, wenn es mit Karriere und Privatleben nicht mehr ganz so hinhaut: In die „Rehab“. Seitdem sich Evan Rachel Wood von ihm getrennt hat, scheint Manson nicht mehr ganz so auf der Höhe zu sein. Zuletzt machte er fast nur noch wegen seiner Erscheinung von sich reden, die gar nicht mehr so gruselig war, sondern eher aufgeschwemmt und fertig. Und jetzt hat er sich auch noch mit der Journaille angelegt. In einem Artikel der Zeitschrift LA Weekly berichtet der Musikjournalist Travis Keller von einer bizarren Weihnachtsparty Mansons, zu der er eingeladen war: Manson habe nicht nur ein Truckercap der Marke „Von Dutch“ getragen (was in dieser Szene offensichtlich einer Todsünde gleich kommt), sondern sei auch sonst reichlich derangiert und mit beflecktem T-Shirt über dem Bierbauch dahergekommen. Auf dem Küchentisch sei das Kokain herumgelegen und Manson selbst so paranoid drauf gewesen, dass mit ihm nicht viel anzufangen gewesen sei. Marilyn Manson nun will sich offensichtlich mit einem solchen Bericht nicht zufrieden geben und hat am vergangenen Sonntag auf seiner myspace-Seite einen Blogeintrag verfasst, in dem er den kritischen Journalisten recht offen droht, die Sache in die eigenen oder die Hände seiner Fans zu nehmen: ". . . if one more "journalist" makes a cavalier statement about me and my band, I will personally or with my fans help, greet them at their home and discover just how much they believe in their freedom of speech. I dare you all to write one more thing that you won't say to my face. Because I will make you say it. In that manner. That is a threat." Blogger Keller hat selbstverständlich sofort Mansons „Angebot“ zum Hausbesuch angenommen und wartet nun gemeinsam mit der restlichen Internetgemeinde der Dinge, die da kommen mögen.

Text: christina-waechter - Bild: dpa

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