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Mark Zuckerberg Bild: Reuters In den Schuhen von: Mark Zuckerberg Was sind das für Schuhe: Adiletten, Typ „Santiossage“, mit Massagenoppen und Klettriegel. Kostenpunkt: 27,95 Euro – geht aber auch billiger. Wo kommen diese Schuhe her? Aus dem sympathischen Laden in Bahnhofsnähe, dort gibt es sie auch billiger. Oder aus dem Adidas-Store. Beliebt waren sie immer: Tausende Bademeister können nicht irren. Wo genau aber Mark Zuckerberg seine geliebten Adiletten kauft, mit denen er sogar vor Investmentbankern aufzutreten pflegt, weiß kein Mensch. Vermutlich: im Internet. Jedenfalls kann sich Mark Zuckerberg jetzt, da er 1,6 Prozent seiner Internet-Plattform „Facebook“ an Microsoft verkauft und dafür den Dagobert Duck-Betrag von 240 Millionen Dollar bekommen hat, grob über den Daumen gepeilt 10 Millionen Adiletten-Paare kaufen, was aufeinander gestapelt eine Höhe ergäbe, die genau so groß ist wie der Dusel, den dieser Mensch in seinem Leben schon gehabt hat. Wo gehen diese Schuhe hin? Wüsste man das genau, wäre man in Gedanken schon Millionär – denn wer auch immer in der Vergangenheit wusste, wohin Mark Zuckerbergs Ideen gehen (und in diese Ideen ein bisschen investierte), der konnte richtig viel Geld verdienen. Peter Thiel zum Beispiel, der aus Deutschland stammende Gründer des Internet-Bezahldienstes „Paypal“, steckte 2004 in Zuckerbergs Idee des sozialen Netzwerkes „Facebook“ 500 000 Dollar; dafür erhielt er zehn Prozent des Unternehmens – dieser Anteil ist jetzt rein rechnerisch mehr als eine Milliarde wert. Thiel hatte damals in Mark Zuckerbergs Idee investiert, weil „Mark Zuckerberg mir am meisten Entschlossenheit zu haben schien, das Ding zu einem großen Erfolg zu machen.“ Das Ding, das ist Facebook: ein soziales Netzwerk im Internet oder der heiße Scheiß oder der nasse Traum eines jeden Investors – je nachdem, wen man fragt. Zuckerberg, heute 23 Jahre alt, hatte Facebook als eine kleine Spielerei während seiner Zeit an der Universität von Harvard begonnen: Der Psychologie-Student wollte eine Online-Version des Facebooks von Harvard programmieren, eine Art jährliche Abi-Zeitung, in der sich die Studenten präsentieren. Mit Computern kannte sich Zuckerberg bestens aus: Schon mit zehn Jahren begann er zu programmieren, zu Beginn seiner Studienzeit im Jahr 2002 entwickelte er eine Musiksoftware, die bereits das Interesse von Microsoft und anderen Computerfirmen erregte, und bald hatte er Ärger: 2003 tadelte ihn die Universität scharf, weil er für eine kleine Homepage mit dem Namen „Facemash“ in eine Uni-Datenbank gehackt hatte, um Studentenfotos zu kopieren – die Idee der Homepage bestand darin, dass die Studenten ihre Kommilitonen nach ihrem Aussehen beurteilen konnten. Das Konzept sorgte nicht nur wegen des Datendiebstahls für einen Skandal: Einige Studenten fanden Zuckerbergs Idee der kommentierten Schönheit abstoßend. Daraufhin widmete sich der Student seiner Idee „Facebook“: eine Seite, auf der sich seine Kommilitonen wie im Jahrbuch Harvards mit ihrem Namen, Geburtsdatum oder Heimatort präsentieren konnten – aber auch mit einem selbst gestalteten Profil Gruppen bilden oder Inhalte wie Fotos austauschen konnten. In Harvard war die Seite in Windeseile ein Erfolg, darauf schmiss Mark Zuckerberg die Uni und öffnete Facebook für andere Universitäten wie Yale oder Standford. Die Mitgliederzahl wuchs rasant, Zuckerberg weitete sein Angebot auf Schulen aus, 2006 dann auf Firmen, im Herbst vergangenen Jahres war Facebook offen für alle – und wurde die neue Sensation des Internets: Woche für Woche meldeten sich auf der ganzen Welt Abertausende neue Mitglieder an. Heute, sagt Facebook, sind 46 Millionen Menschen registriert. Mark Zuckerberg, der immer nur in Adiletten auftritt, als wolle er das Bild des typischen Nerds mit Leben füllen, wurde dadurch der Star des neuen Internet. Diese Position wird ihm jetzt, nach dem Handel mit Microsoft, so schnell niemand abnehmen können. Welche Ideen Mark Zuckerberg nun weiterverfolgen will, hat er bereits kund getan: Er will, dass Facebook für seine Mitglieder das Eintrittstor ins Internet wird – die Startseite der Startseiten sozusagen: Was auch immer man im Netz machen möchte, mit Facebook soll es möglich sein. Für den Fall, dass er damit scheitern sollte, hat Zuckerberg aber auch schon eine Idee: „Wenn Facebook jemals durchfällt, dann gehe ich wieder zurück nach Harvard.“