Meine Indieaner-Platten des Jahres.

20 Lieblingsalben, die ich nicht mehr aus dem Kopf kriege. Von hinten und in wertender Reihenfolge.
max-scharnigg

20. The Arcade Fire – Neon Bible

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Illustration: Julia Schubert

Klar, die gehören unter die Top-5 eigentlich. Aber dann irgendwie doch nicht. Ich denke nie an diese Lieder, obwohl sie bis zur letzten Note stimmen. Ich geh mal lieber zum Friseur. Das schon sehr unglaubliche "No Cars Go":


19. Tele – Wir brauchen nichts

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Illustration: Julia Schubert

Phänomen: Obwohl mir die Band an sich unsympathisch ist, schaffen es die Lieder doch nahezu alle, irgendwie über die Schwelle zu kriechen und sich dann so zu verhalten, dass ich nicht mehr ohne kann. „Bye bye Berlin“ vielleicht ja die Nationalhymne überhaupt. Ganz nettes Video zum Tele-Ohrwurm "Mario":


18. Clara Luzia – The Long Memory

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Illustration: Julia Schubert

Wie nett diese Frau ist und wie schön sie singt. Wie gerne man ihr dabei zusieht. Wie einfach ein guter Popsong sein kann und wie anrührend. Mein Lied des Jahres: "Morninglight"


17. The Fratellis – Costello Music

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Illustration: Julia Schubert

Lockiger Indierock. Findet man ab 22 Uhr oder drei Bier automatisch gut. Bedient Schlüsselreize, dafür bin ich sehr empfänglich. Hat da jemand "crowdpleaser" gerufen? Ist doch egal:


16. The White Stripes - Icky Thump

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Illustration: Julia Schubert

Hm, da kann man sagen was man will und die Out-Fähnchen heben: Die White Stripes funktionieren in ihrem Fach immer noch brillant. Das Album ist irgendwie untergegangen, aber Songs wie „I’m Slowly Turning Into You“ sollten als Maßstab für Rock 2007 irgendwo hängen bleiben. Das ist Urwucht und Geilness. Viel Spektakel für das schwächere "Conquest":


15. Gravenhurst – The Western Lands

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Illustration: Julia Schubert

Düstere Underdogs aus Bristol, die mit sehr viel Zartgefühl das weiterführen, was einmal in Weilheim begonnen wurde. Feingewebte Flächen aus Schlagzeug, Gitarren und weißem Rauschen. Und eine Stimme, die alles im innersten zusammenhält. Hier die sehr gute, rockige, zweite Single "Hollow Men", absolut angemessen umgesetzt:


14. The View – Hats Off To The Buskers

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Illustration: Julia Schubert

Die zweitbeste, nette, neue Hauruck-Band aus England. So friedlicher Dialekt des Sängers. Tippe auf One-Hit-Wonder, aber bitte, das reicht ja auch. Eines meiner unspekatakulären Lieblingsvideos dieses Jahr - und ein absolut charmanter Hit, natürlich:


13. Beirut – The Flying Club Cub

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Illustration: Julia Schubert

Very nice to have. Viel Musik. Der durchgeknallte Beirut-Kopf Zach Condon, kurz bevor er mal wieder wegen Schwächeanfall in eine Klinik eingeliefert wird:


12. Pelle Carlberg – In a Nutshell

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Illustration: Julia Schubert

Dem Mann ist diesmal quasi das Konzentrat von Schweden-Pop gelungen, in all seiner scheppernden Herrlichkeit. Nichts zum Altwerden, aber um jung zu sein. Jeder Song eine Juwel aus Schellenkranz und Mitklatschen. Perfekter Mixtape-Füller. Ach, sowas Herziges! "I Love You Imbecil" - die ganze Platte klingt genauso:


11. Radiohead – In Rainbows

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Illustration: Julia Schubert

Nicht besonders modern, eher klassisch: weniger Spuren, weniger Splitter, dafür mehr Thom Yorke Gesang. Reicht allemal für einen langen Abend. Aber eben auch nicht für die Eins. Die Herren. Sehr smart und hemdsärmelig im "Reckoner"-Video:


10. The Wombats – A Guide To Love, Loss & Desperation

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Illustration: Julia Schubert

Die beste, nette, neue Hauruck-Gitarrenband aus England dieses Jahr. Ach, ein Lied, ein Video und schon ist man vier Jahre jünger:


9. Maximo Park – Our Earthly Pleasures

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Man will ja nicht. Man will ja: endlich blöd finden, abkanzeln. Stattdessen: Das Intro von „Books from Boxes“, so schön, dass man die uralte Gitarre wieder rausholt. Dann geht es Schlag auf Schlag und am Ende hat man das Album verschlungen. Ich mags immer noch:


8. Editors – An End Has a Start

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Dieses Jahr besser als Interpol. Irgendwie unbedingter.


7. Jens Friebe – Das mit dem Auto ist egal…

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Illustration: Julia Schubert

Lauter Lieder. Lauter Texte. Lauter! Das Schlauste was dieses Jahr aus Berlin kam. Super Video und der Song? Auch super!:


6. Naked Lunch – This Atom Heart of Ours

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Sympathieträger sowieso, aber auch große Meister. Handwerklich perfekte Misantrophen, riesige, wirklich riesige Lieder. Kolossale Verzweiflung angemessen vertont. Und das aus Österreich. Ein Wunder. "Military Of The Heart" - genau so:


5. Tocotronic – Kapitulation

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Illustration: Julia Schubert

Die! Doch immer wieder. Was zum naschen (“Sag alles ab”) und was zum Spielen („Imitationen“) und was für die Diskursmasse („Mein Ruin“). Wie die immer noch so aus dem Ärmel heraus modern sind und dabei den Schönklang nicht vergessen. Wie sie über allem stehen und man trotzdem noch gerne aus Versehen mitsingt. Mein schön ist dein schön!:


4. Of Montreal – Hissing Fauna, Are You the Destroyer

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Illustration: Julia Schubert

Das ist so lustig, perfekte Musik zum Quatschmachen, die Texte gleichzeitig schön suizidal. Klingt eigentlich wie aus Schweden, sind aber aus Georgia/ USA. Aber in Norwegen war Kevin Barnes für dieses Album auch. Wie kann man den unfassbaren Reiz dieses Wunderpuddings beschreiben: Gay-Disco-Rock-Synthie, aber sympathisch. Und eben doch irgendwie klüger als die Scissor Sisters. Manchmal zu durchgeknallt, dafür über lange Minuten auch schlicht genial. Bei "Suffer For Fashion" klingen sie wie die Super Furry Animals. Und das ist noch ein schwacher Song:


3. Rilo Kiley – Under The Blacklight

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Illustration: Julia Schubert

Mann ja, sorry, irgendwie doch. Diese Frau, diese einfachen Reize ihrer Musik: Tanzen&Küssen. Und dann eben auch ein wahnsinnig vielseitiges Album, das jeden auf irgendeine Art anfixt. Ich habe mich dagegen gewehrt, aber der iPod hat es mir immer wieder hingeshuffelt – solange bis ich nur noch Rilo Kiley gehört habe, und zwar morgens und abends. Also: Hör auf deinen iPod. Die vielen Seiten von Rilo Kiley, mal elegant wie bei "Silver Lining":

Und dann wieder abgefuckt wie bei "Moneymaker":


2. Stars – In Our Bedroom After War

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Illustration: Julia Schubert

Für Nachhaltigkeit im Pop. Und weil Größe und Verspieltheit eben doch wunderbar zusammen gehen. Und weil Duette eben auch mal nicht nerven können. Und weil mit „Personal“ sowieso das traurige Lied des Jahres drauf ist. Und weil man einer Stars-Platte immer erst auf den zweiten Blick anmerkt, was für ein Hammer sie ist. Schon mal hier gezeigt, das Lied mit dem Motto unserer Generation "Take Me To The Riot":


1. Spoon – Ga Ga Ga Ga Ga

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Illustration: Julia Schubert

Wie aus einem Holzklotz schnitzt Britt Daniel seine Songs, die kein Gramm Fett zu viel haben, stattdessen bei jedem Hören immer neue und noch feinere Formen annehmen. Überraschungssieger, schon klar, aber aus Überzeugung. Indierock, wie ihn kaum einer mehr zu machen versteht. Ein ruhiges, schönes Album, das die Zeit überdauern wird. Das ist so super, Hammerlied, tolles Video, Lieblingsband, bitte sehr, "The Underdog":

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