Bam Margera – Der Elternschreck vorm Traualtar

Bam Margera, ehemaliger Jackass-Mitarbeiter und Protagonist der Elternschinderserie „Viva La Bam!“ sitzt im Berliner „Hotel de Rome“ und trinkt seine dritte Flasche Corona. Dabei ist es doch gerade erst Mittag! Seine Ehefrau mit dem prima Namen Missy stößt mit ihm an und teilt einen gigantischen Burger in zwei gerechte Hälften. Das ist Liebe. MTV hat diese Liebe in der neuen Serie „Bam’s Unholy Union“ (donnerstags 21.00 Uhr) dokumentiert und den Weg der beiden zum Traualtar mit der Kamera begleitet – Planungschaos, Streit und Junggesellenabschied inklusive. Im Interview mit jetzt.de sprechen der ehemalige Skateboardstar und seine Jugendliebe über Liebe vor der Kamera, die Eheanbahnung und das Verhältnis zu ihren Eltern.
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Illustration: Julia Schubert

Die besten Glückwünsche zur Hochzeit. Was man von frisch vermählten Paaren ja immer wissen möchte: Wie habt ihr Euch kennen gelernt? Bam: Wir kennen uns seit der sechsten Klasse. Sowohl meine letzte Freundin als auch ihr letzter Freund wussten, dass wir einander mögen. Deshalb durften wir vier Jahre nicht miteinander reden. Als dann mit meiner Freundin Schluss war, erfuhr ich von einem Kumpel, dass auch Missy wieder solo war. Also hast du sie angerufen? Missy: Haha, nein – ich rief ihn an! Dummerweise war er gerade am Flughafen auf dem Weg nach Brasilien. Aber er versprach, sich nach seiner Rückkehr sofort zu melden. Und das hat er getan – und seither sind wir zusammen. Wie macht ein Skate-Stuntman-Jackass einen Heiratsantrag? Während er kotzend einen angezündeten Einkaufswagen einen Hügel runtersteuert? Bam: Ehrlich gesagt: Wir waren bei Cartier und sahen einen Ring, der so gut passte und uns so gut gefiel, dass ich dachte: Jetzt der nie. Ich habe ihr noch in dem Laden einen Heiratsantrag gemacht. Danach haben wir drei Flaschen Champagner getrunken und auf dem Nachhauseweg ist uns mitten auf dem Highway der Sprit ausgegangen und ihre Mutter musste mit dem Auto kommen und uns abholen. Missy, waren deine Eltern begeistert, dass du jemanden heiratest, der in Serien wie „Jackass“ oder „Viva La Bam“ vor allem dadurch auffällt, dass er sich und andere in Gefahr bringt? Missy: Ach, sie kannten ihn ja schon von früher und wissen, dass er ein Herz aus Gold hat. Anfangs waren sie natürlich von den Kameras verunsichert. Meine Mutter hat beinahe der Schlag getroffen, als es an der Tür klingelte und acht Leute davor standen, die Scheinwerfer und Kabel in ihr Wohnzimmer schleppten, ihr ein Mikro ansteckten und sagten „Wir filmen das jetzt alles.“ Haben Euch Eure Eltern oft reingeredet, wenn es um die Gestaltung der Hochzeit ging? Bam: Alter, meine Mutter tat so, als plane sie ihre eigene Hochzeit! Ich wollte, dass auf den Einladungen steht: „Come to our wedding, fucko“. Meine Mutter hat sich tierisch aufgeregt, weil meine Verwandten sicherlich gekränkt wären. Aber es ist mein Leben und meine Hochzeit – und wenn sich meine Großtante von so etwas gekränkt fühlt, dann soll sie eben nicht kommen. Wie hast du dich bei solchen Debatten verhalten, Missy? Missy: In dieser Frage habe ich mich auf Bams Seite geschlagen. Aber sonst haben mir meine und Bams Mutter sehr viel bei der Organisation geholfen – und sich nur sehr wenig eingemischt. Bam, in deiner Show sind deine Eltern häufig Opfer deiner Scherze. Kannst du dich an den ersten erinnern? Bam: Das erste Mal, dass eine Kamera dabei war, war auf alle Fälle, als ich die Badezimmertür eintrat, während mein Vater Phil gerade aus der Dusche kam. Dick und nackt und nass stand er da und ich habe einfach auf seinen Schwabbelbauch eingeprügelt. Nicht unbedingt ein Zeichen von Respekt, deiner Familie gegenüber ... Bam: Ich bin schon ein Familienmensch. Deshalb bin ich ja nicht wie viele andere Idioten nach New York oder L.A. gezogen. Ich wohne immer noch in den Wäldern von Pennsylvania. Meine Familie ist dort, Missys Familie, meine Freunde – warum sollte ich irgendwo anders sein wollen? Über das schwierige Thema "Eltern" sprechen Missy und Bam auf der nächsten Seite: Soll man Ratschläge vom Vater annehmen? Was sollte man beachten, wenn man selber mal Kinder hat?


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Illustration: Julia Schubert

Nimmst du Ratschläge von deinen Eltern an? Bam: Nie im Leben! Mein Vater macht ja meine gesamte Buchhaltung – wenn es also um Steuern und anderen Papierkram geht, höre ich auf ihn. Ansonsten nicht. Was soll er mir denn zum Beispiel in Beziehungsdingen raten? Immerhin sind er und deine Mutter seit rund 30 Jahren verheiratet – meinst du nicht, dass sie irgendwas richtig gemacht haben? Bam: Das waren damals doch andere Zeiten. Moderne Beziehungen funktionieren doch ganz anders. Nein, mein Vater soll mich mal schön mit seinen Ratschlägen verschonen und meine Buchhaltung machen. Ist es ein komisches Gefühl, dass Dein eigener Vater für Dich arbeitet? Bam: Ich finde es super. Wenn ich jemanden anders dafür anheuern würde, würde der nach einen Jahr sicher einen Porsche verlangen und so weiter. Mein Vater ist glücklich, wenn ich ihm einen Chevrolet vor die Tür stelle, der ungefähr ein Zehntel kostet. Wenn Ihr selbst einmal Kinder habt, was würdet Ihr anders machen als Eure Eltern? Bam: Meine Exfreundin hatte ein elfjähriges Kind. Und ich habe die Erfahrung gemacht, es ist am besten, wenn man ihnen ehrlich sagt, wie die Dinge sind: Hey, es gibt Leute, die saufen, und es gibt Leute, die saufen nicht. Es gibt nette Leute die saufen und Arschlöcher die saufen. Und bei den Nüchternen gibt es auch solche und solche. Das Leben ist Scheiße – Menschen sind verschieden – benutze deinen eigenen Kopf! Missy: Man sollte seine Kinder einfach nicht wie Idioten behandeln. Haben Eure Eltern das denn getan? Bam: Meine Mutter war schon immer übervorsichtig. Wohin das führen kann habe ich bei einem Freund gesehen: Der wurde von seinen Eltern so beschützt und behütet, dass er sich, am allerersten Tag alleine auf dem College, so betrank, dass er von einem Balkon stürzte und sich den Arm brach. Über den Anruf werden sie sich sicher auch gefreut haben. ++++ Die Sendung "Bam´s Unholy Union" läuft immer Donnerstags um 21 Uhr auf MTV. Fotos: MTV

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