Das mobile Hotelzimmer

Andreas Pfluger hat das tragbare Taschenhotel erfunden, mit dem man sich jederzeit und überall einquartieren kann. Ein Interview
xifan-yang

Was ist das Taschenhotel? Das Taschenhotel ist ein Packet mit Luftmatratze mit Elektropumpe, auch die Decke ist dabei. Warum der Name Taschenhotel? Wollt ihr dem klassischen Hotelzimmer Konkurrenz machen? Natürlich ist das Taschenhotel keine ernst gemeinte Alternative zum Hotelzimmer. Bett und Schlafgelegenheit sind der wichtigste Teil eines Hotels, daher der Name.

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Illustration: Julia Schubert

Wie ist die Idee entstanden? Vor einiger Zeit bin ich in ein Haus umgezogen, das noch nicht möbliert war und noch renoviert wurde. Eine Zeit lang habe ich auf Isomatten und Klappliegen geschlafen. Man hat immer unendlich viel Zeug, einen Packen mit Decken, einen Packen mit Kissen und einen Packen mit der Liege. Schlafsäcke sind für mich indiskutabel, weil man da so reinkriechen muss. Insgesamt war Schlafen in der Zeit sehr ungemütlich und umständlich. Daher kam mir die Idee, alle nötigen „Schlafkomponenten“ in ein kleines Teil zu packen. An wen richtet sich das Taschenhotel? An Geschäftsreisende zwischen 20 und 30. In diesem Alter trennen sich unter Freunden nach dem Studium oder der Ausbildung oft die Wege, weil man wegen einem Job in andere Städte zieht. Man will sich natürlich weiter regelmäßig besuchen, kann aber noch keine Gästezimmer anbieten. Das Taschenhotel soll gegenseitige Besuche komfortabler machen. Der Gastgeber muss keine Betten machen, Schlafsofas ausklappen, Möbel umstellen und am nächsten Tag alles wieder aufräumen. Warum sollte man 218 Euro für eine Luftmatratze mit Decke ausgeben? Eine Luftmatratze kriegt man beim Baumarkt für 15 Euro, alte Decken hat man daheim. Auf den ersten Blick dürfte das also nicht soviel kosten, denkt man. Aber hochwertige Daunendecken und gute Luftmatratze kriegt man einfach nicht günstiger. Dafür ist das Taschenhotel besser als jede Couch.

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