"Ein bisschen Angst habe ich schon" - Lena auf Reisen

Lena Reinhard, 22, ist Kundenberaterin bei einer Bank und Fotografin. Auf jetzt.de ist sie froschhonigkuchenpferd. Im Februar wird sie vier Wochen lang durch Deutschland reisen – von einem jetzt-Freund zum nächsten.
christina-waechter

Wir haben kurz vor Reisebeginn mit ihr über die große Tour und ihrer Ängste gesprochen und über die Freude, ihre Online-Freunde endlich in echt kennenzulernen.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Lena, wie lange bist du schon bei jetzt.de? Insgesamt bin ich seit zwei Jahren angemeldet, aber so richtig dabei seit einem Jahr, da ich nach vier Wochen ausprobieren erst einmal keine Zeit mehr dafür hatte. Zurückgebracht hat mich eine gute Freundin, die auch hier angemeldet ist und meinte, ich sollte dem Ganzen noch einmal eine Chance geben. Ich hatte zu der Zeit ohnehin wieder angefangen mehr zu schreiben, und wollte jetzt.de nutzen, um Feedback und Kritik zu bekommen. Und so bin ich erst richtig reingekommen. Und wann kam dir die Idee, dein Netzwerk für einen Urlaub zu nutzen? Die Idee ist über einige Monate hinweg entstanden. Zum einen ist mein Freundeskreis in halb Deutschland verstreut und ich hatte ursprünglich geplant, einige von ihnen zu besuchen. Über die Zeit habe ich bei jetzt.de einige Leute kennengelernt, mit denen sich ebenfalls ein engerer Kontakt entwickelt hat. Und noch dazu war ich noch nie in Hamburg oder Berlin und wollte diese Städte endlich mal sehen. Wie wird die Tour denn aussehen? Ich starte in meinem Wohnort Heilbronn, von dort geht es nach Braunschweig, Berlin, Hamburg, Paderborn und Kassel. Danach ins Ruhrgebiet, nach Leverkusen, Frankfurt, Nürnberg, München und Augsburg, und wieder zurück nach Heilbronn. Diese Route hat sich so ziemlich von selbst ergeben. Zum Beispiel wollte ich eigentlich nach Köln, hatte dann aber recht spontan mit einem sehr netten Menschen in Leverkusen Kontakt und fahre jetzt dorthin, statt nach Köln. Und das ging einfach so? Erstaunlicherweise, ja! Ich wusste schon von zwei oder drei Usern, bei denen ich einmal vorsichtig angefragt hatte, dass sie mich aufnehmen würden. Aber richtig angefangen mit der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten habe ich erst am Sonntag. Da habe ich einen Großteil der Mitglieder meiner Freundesliste angeschrieben und bin so ein wenig mit der Türe ins Haus gefallen. Waren denn all deine jetzt-Freunde gleich bereit, dich zu beherbergen? Die meisten schon, ich war selbst total überrascht. Klar, viele von denen kenne ich schon etwas länger, aber zwei oder drei habe ich ganz spontan angeschrieben, von denen sehr sehr nette Reaktionen kamen. Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Hast du das Gefühl, deine zukünftigen Gastgeber schon zu kennen – durch eure Online-Bekanntschaft? Durch den längeren, auch telefonischen, Kontakt zu einigen weiß ich über manche schon ein bisschen was. Bei anderen konnte ich mir bisher fast nur durch ihre Texte ein Bild machen, und habe das Gefühl, dadurch wenigstens ein paar Seiten von ihnen zu kennen - ein Unterschied von jetzt.de zu einer klassischen Community, den ich sehr mag. Aber das ist natürlich noch nicht alles, das richtige Kennenlernen kommt sowieso erst durch ein echtes Treffen. Wie viel Zeit nimmst du dir denn für diese Tour? Ich habe etwas mehr als vier Wochen für eine Route von ungefähr 3.000 Kilometern. Welche Vorbereitungen sind bei so einer Reise nötig? Bisher musste ich noch nicht allzu viel organisieren. Ich muss auf jeden Fall vorher noch einmal mein Auto in die Werkstatt bringen. Aber sonst? Fällt mir gerade nichts ein. Worauf freust du dich am meisten? Ich freue ich mich sehr darauf, endlich ein paar neue Gegenden von Deutschland zu sehen. Aber am meisten bin ich gespannt darauf, Menschen kennenzulernen und mit einigen vielleicht auch gemeinsam etwas zu schreiben. Hast du nicht auch ein bisschen Angst? Ein bisschen schon. Von den 17 Gastgebern kenne ich bis jetzt genau zwei persönlich. Zum Teil ist auch noch nicht klar, ob ich bei den Leuten auf dem Boden übernachten werde. Und mein Programm ist relativ straff. Ich werde teilweise nur eine Nacht in einer Stadt verbringen können, weil ich im März definitiv wieder arbeiten muss. Das wird schon eine Herausforderung, aber die brauche ich auch. Ich bin kein Pauschalurlauber und fürchte mich geradezu vor den üblichen Touristen-Sehenswürdigkeiten. Und was halten deine Freunde und deine Familie von der Tour? Die meisten finden es ziemlich verrückt, aber wohl deshalb auch das Richtige für mich. Momentan ist die Planung auch noch völlig chaotisch, aber dieses relativ Spontane und die Aussicht auf einen Urlaub mit ganz unterschiedlichen Menschen in vielen verschiedenen Städten, das ist genau die Sorte Urlaub, die ich mir vorstellen kann. Wie packt man denn für so eine Reise? Ich nehme meinen Laptop mit, meine Kamera, Akku-Ladegeräte und ein Reisetagebuch, in das ich mir gerne von jedem etwas eintragen lassen möchte. Ansonsten noch Motoröl, meine Zahnbürste und Klamotten für jede Jahreszeit. Aber so richtig habe ich mir darüber ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht. Wie viel Geld hast du denn für deine Reise eingeplant? Mein Budget liegt bei ungefähr 400 Euro. Das ist nicht viel. Aber ich will bei meinen Fahrten auch immer wieder Leute über die Mitfahrzentrale mitnehmen und dadurch ein bisschen was wieder reinkriegen. Und natürlich will ich nicht nur meinen Gastgebern auf der Tasche liegen und habe auch etwas für Essen und Unvorhergesehenes eingeplant. Und was bekommen deine Gastgeber von dir im Gegenzug zu ihrer Gastfreundlichkeit? Naja, ich bin zum einen natürlich total nett und ein super Gesprächspartner. Spaß beiseite... Zum einen möchte ich jedem eine Kleinigkeit mitbringen, und werde natürlich auch beim Kochen, Abspülen und Aufräumen helfen. Ansonsten hoffe ich, dass gemeinsam verbrachte Zeit auch als kleine Aufwandsentschädigung gilt – und vielleicht ergibt sich auch bei dem ein oder anderen ein längerer Kontakt. Lena beginnt ihre Reise quer durch Deutschland am 4. Februar. Sie wird hier auf jetzt.de regelmäßig von ihren Begegnungen, Gastgebern, den neuen Städten und den Wegstrecken dazwischen berichten.

  • teilen
  • schließen