Greenpeace verkuppelt: Die neue Dating-Community für Umweltschützer

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Verhilft Greenpeace jetzt zum nächsten Seitensprung? Nein, wer das will, geht sicher nicht zu Greenpeace. Wir mischen uns zwar nicht aktiv ein, aber es gibt sicherlich eine Überwachung von unserer Seite, damit es keine missliebigen Inhalte auf unserer Seite gibt. Wir versuchen unsere Mitglieder zu schützen. LovePeace geht weit über eine Partnerseite hinaus. Greenpeace stellt diese Plattform allen Mitgliedern zur Verfügung, um sich austauschen zu können. Dazu geht es darum, sich zu informieren, und die Mitglieder sollen auf der Plattform ebenfalls aktiv werden können: Man kann Gruppen gründen, sich mit Gleichgesinnten zusammentun, Initiativen starten. Es soll die Möglichkeit sein, dass wir von Greenpeace mit den Mitgliedern in einen Dialog treten können. Aber auch die Mitglieder sollen auch untereinander kommunizieren können.

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Illustration: Julia Schubert

Paul Scherer, Pressesprecher für Greenpeace Schweiz Aber es geht schon auch um Liebe? Ja, klar. Es geht schon um so etwas wie grüne Liebe. Wir sind werteorientierte Menschen. Man weiß, dass die Leute, die sich hier anmelden, die gleichen Werte und Vorstellungen teilen. Welche Bedeutung hat Umweltschutz? Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit? Das sind Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen. Was hat die Greenpeace davon? Wir erhalten Feedback von den Leuten, den persönlichen Kontakt. Es ist aber natürlich auch ein modernes Kampagneninstrument. Wir möchten Menschen durch diese Seite mobilisieren. Sie können Onlinepeditionen und Protestmails starten, eben einfach selbst aktiv werden für Greenpeace. Und Greenpeace verdient doch durch die Seite. 60 Franken kostet die Vollmitgliedschaft bei LovePeace und damit auch bei Greenpeace. Ja, man muss Greenpeace-Mitglied sein, um alle Möglichkeiten dieser Seite nutzen zu können. Und Greenpeace finanziert die Seite durch die Mitgliederbeiträge. Wir bekommen kein Geld von Firmen oder staatlichen Organisationen. Deshalb brauchen wir natürlich auch mehr und mehr Mitglieder. Innovatives Werben um Mitglieder war euch schon immer sehr wichtig. Sehr wichtig, ja. Man muss sich einfach von der breiten Masse abheben und auffallen. Greenpeace war immer innovativ in der Mitgliederwerbung. Wir verstehen uns als innovative Organisation. Da muss man sich nur unsere ganzen Kampagnen ansehen. Der Punkt ist der: Die Lebensumstände haben sich verändert, sehr viele Bereiche spielen sich jetzt im Internet und in Online-Plattformen ab. Daher sehe ich LovePeace als eine sehr zeitgemäße Art zu werben. Gab es bei Greenpeace nicht auch Einwände gegen eine solche Dating-Seite? Klar. Die Leute hatten Angst: Wird das jetzt bloß eine Kuppelseite? Das haben wir uns schon auch überlegt und trotzdem beschlossen, das zu machen. Das ist einfach eine Dienstleistung, die der Organisation und den Mitgliedern sehr viel bringt. Es liegt an den Mitgliedern, was sie aus der Seite machen. Wir haben Vertrauen in unsere Mitglieder. Wie überzeugst du die Kritiker? Wie verändert LovePeace die Umwelt? Auf der Webseite gibt es Tipps und Ratschläge, die einem zum Beispiel erklären, wie man sich richtig beim Einkaufen verhält. Und dann gibt es eben die Kopplung zur echten Greenpeace-Seite, wo die echte Greenpeace Arbeit auch stattfindet. Und da gibt es dann einen Informationsaustausch. Wenn viele LovePeace-Mitglieder eine Online-Petition unterstützen, in der sie ihre Meinung zu einem Umweltproblem kundtun, schafft das Druck. Das wird sicher einen positiven Einfluss auf unsere Kampagnenarbeit haben. Zuletzt noch eine persönliche Frage: Hast du selbst schon einmal im Internet geflirtet? Nein, aber ich habe jetzt schon ein Profil angelegt. Aha, auf der Suche? Auf der Suche, genau. Und wie sieht dann so ein erstes Greenpeace-Date aus? Ach, ich stell mir da vor, dass man sich in einem schönen Park in der Natur trifft. Man könnte sich doch zu einer schönen Wanderung verabreden, zu einem schönen Mondspaziergang.

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