"Ich würgte, er kam": 33 Frauen erzählen über ihren schlimmsten Sex

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Filzläuse, grobe Rammler und anhängliche One-Night-Stands: In ihrem Debüt-Buch hat Mia Ming grausamste Bettgeschichten von Frauen aus ganz Deutschland gesammelt. „Schlechter Sex“ kam am Dienstag raus und handelt von Todsünden des Geschlechtverkehrs. 33 Frauen erzählen mit Sinn für Details wahre Geschichten über tollpatschige, eitle und ruppige Liebhabern, die ihnen „unvergessliche“ Nächte beschert haben. Ein kleiner Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: „Ich würgte, er kam“, „Don’t expect me to move“ und „Schöne Männer lohnen nicht“. Mia Ming, 30, erzählt von miesen Bettgefährten und warum es wichtig ist, über sie zu lästern. [b] Jetzt.de: Was wäre dir lieber: Nie wieder Sex oder schlechter Sex bis zum Ende deines Lebens? [/b] [b] Mia Ming: [/b] Sehr schwierige Frage. Ich denke, ich nehme schlechten Sex, Hauptsache es passiert was. Obwohl… So ganz ohne Aussicht auf einen Lichtblick? [b] Ja. [/b] Puh. Dann weiß ich es wirklich nicht. Die Antwort auf diese Frage würde Männern bestimmt leichter fallen. Ich glaube, für sie ist das Ganze etwas banaler. Es fällt ihnen leichter, auch miesem Sex etwas abzugewinnen – auch wenn es nur die körperliche Befriedigung ist. [b] Es sind also nur Frauen, die am schlechten Sex leiden? [/b] Nein, auf keinen Fall. Viele verstehen mich falsch und glauben, ich stilisiere die Herren zur Quelle allen Übels. So ist das aber nicht, es gibt genauso miserable Bettgefährtinnen. Um das klar zu stellen, schreibe ich gerade ein Buch, das von schlimmsten Sexerlebnissen der Männer handelt. Es kommt im Herbst raus. Und noch was: Ich bin nicht männerfeindlich. Ich mag Jungs. Ich finde sie niedlich.

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Illustration: Julia Schubert

"Schlechter Sex" ist seit letzten Dienstag im Handel [b]Und trotzdem: Haben Männer jetzt Angst, mit dir ins Bett zu gehen? Einige Geschichten stammen ja von dir selbst. [/b] Ich bin seit sieben Jahren mit meinem Freund zusammen. Aber ein paar Ex-Liebhaber haben schon gefragt: Oh Gott, war es wirklich so schlimm? [b]Hatte dein Freund denn kein Herzklopfen bei dem Gedanken, dass du ihm ein Kapitel widmen könntest? [/b] Er hat keine Sekunde lang daran gedacht, dass er in „Schlechter Sex“ vorkommen könnte. [b]Genau wie die 33 Protagonisten des Buches. [/b] Das stimmt. Ich habe das Buch dem Ex-Freund einer Bekannten geschenkt, der in einer der Geschichten die Hauptrolle spielt. Danach habe ich wochenlang gezittert, dass er sich wieder erkennen könnte – aber nein, bis heute hat er es nicht gemerkt. Ich fürchte, einigen Männern ist es einfach nicht bewusst, wenn ihre Partnerin keinen Spaß hat. Meiner Meinung nach passiert mieser Sex öfter aus Gedankenlosigkeit, als aus Bösartigkeit.

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Illustration: Julia Schubert

Mia Ming, 30, wohnt in Berlin. Bevor sie "Schlechter Sex" geschrieben hat, hat sie als Lektorin gearbeitet. [b]Und „Schlechter Sex“ soll solche Männer aufklären? [/b] Mein Buch ist kein Ratgeber im herkömmlichen Sinne: Es ist eher Nachsorge- als Vorsorgelektüre. Ich finde es wichtig, dass man über schlechten Sex spricht. Noch ist es ja eher ein Tabuthema, weil ein intaktes Liebesleben als ein Statussymbol gilt, als ein Zeichen dafür, dass man begehrt und erfolgreich ist. Sobald aber jemand in der Mittagspause anfängt, von seinen Erfahrungen zu erzählen, sprudelt es aus allen raus. Es ist befreiend, zu erfahren, dass es vielen genauso geht. [b]Es war also kein Problem, die Frauen zum Sprechen zu bringen. [/b] Überhaupt nicht. Zuerst haben meine Freundinnen erzählt, dann die Bekannten, dann die Bekannten der Bekannten, dann völlig Fremde. Als ich mich entschlossen habe, das Buch zu schreiben, wollte ich eine Anzeige schalten. Es war am Ende aber gar nicht nötig. Noch heute kommen Geschichten, es werden sogar immer mehr. [b]Was ist deiner Meinung nach die schlimmste Todsünde des Sex? [/b] Die Mischung aus Egoismus, Unkontrolliertheit und Grobheit. [b] Siehst du dich als Feministin? [/b] Es wäre jetzt einfach, auf die Welle um Charlotte Roche aufzuspringen und zu behaupten, "Schlecher Sex" hätte eine feministische Botschaft. Das will ich meinem Buch aber nicht andichten. Es soll vor allem unterhalten.

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