Kaffeetrinken - jetzt auch mit akademischem Abschluss!

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Bild: ap Fast jeder trinkt gerne mal eine Tasse Kaffee. War es da nur ein logischer Schluss von Ihnen, den Studiengang "Coffeemanagement" ins Leben zu rufen? Mirko Knappe: Nein, das war nicht der Hauptauslöser. Hinter der NBS steht auch die Firma Darboven, ein in Hamburg ansässiger Kaffeeröster. Bei unseren Gesprächen mit dem Inhaber und Geschäftsführer Albert Darboven stellte sich heraus, dass die Branche ein großes Nachwuchsproblem hat. Viele Mitgliedsunternehmen des Deutschen Kaffeeverbandes suchen Generalisten, die das Produkt in der Gesamtheit verstehen und Zusammenhänge überblicken. Weltweit gab es aber bislang keinen anerkannten Hochschulstudiengang für Kaffee, obwohl Kaffee nach Erdöl das zweitwichtigste Welthandelsgut ist. Im nächsten Schritt haben wir dann mit dem Deutschen Kaffeeverband überlegt, was alles zu solch einem Studium dazu gehört. Und herausgekommen ist der Bachelor of Arts in Coffeemanagement? Genau. In sieben Semestern lernen die Studierenden wie der Kaffee von der Bohne in die Tasse kommt und alles was dazugehört. Dabei stehen in den ersten Semestern Module wie Rechtswissenschaft oder Volkswirtschaftslehre auf dem Programm. Dann folgen die Grundlagen des Coffeemanagements, Kaffeevertrieb oder auch Qualitätsmanagement. Wer unterrichtet mich denn im Kaffee-Studium? Es ist ja ein ganz klassisches Studium. In den Grundlagenfächern wie Quantitative Methoden oder Wirtschaftsenglisch stehen Hochschulprofessoren vor den Studierenden. Wenn es dann in die Spezialdisziplin Kaffee geht, dozieren daneben auch Fachleute aus den Kaffeeunternehmen wie z.B. der Hamburg Coffee Company oder eben auch von J.J. Darboven. Sie kommen also aus der Praxis und wollen von sich aus hier unterrichten. Das zeigt, wie hoch der Bedarf an gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften ist. An wen richtet sich der Studiengang? Die NBS legt einen starken Fokus auf die Berufstätigen. Die Vorlesungen finden freitagabends und am Samstag statt. Die meisten Studierenden machen das Studium begleitend zur Lehre, Ausbildung oder zum Beruf. Wer direkt nach dem Abi von der Schule kommt muss nicht zwingend eine Ausbildung machen, um bei uns studieren zu können. Von wem bekommen sie denn die meisten Studien-Anfragen? Wir bekommen viele Anfragen von jungen Menschen, die bei Tchibo oder der Neumann Kaffee Gruppe arbeiten und nebenher bei uns studieren wollen. Allein in der vergangenen Woche hatten wir 60 bis 70 Anfragen. Der Studiengang startet bei uns im September mit 15 bis 25 Teilnehmern.

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Illustration: Julia Schubert

Mirko Knappe Wer stellt mich später ein, wenn ich Coffeemanagement studiert habe? Sie können bei Tchibo, Metro, Kraft Foods, der Neumann-Gruppe oder anderen Unternehmen arbeiten. Eigentlich bei allen, die mit Kaffee zu tun haben. Der Anteil des fair gehandelten Kaffees auf dem Markt liegt in Deutschland immer noch unter 1%. Spielen Themen wie Nachhaltigkeit und Fairer Handel auch eine Rolle im Studium? Ja, vor allem der Deutsche Kaffeeverband hat gefordert, dass das Thema Nachhaltigkeit auf jeden Fall im Studiengang vorkommen muss. Schließlich geht es nicht nur um den Handel. Das Modul Nachhaltigkeit im dritten Semester wird 64 Stunden lang sein. Wir sind froh und auch ein wenig stolz, dass wir hier mit Herrn Niehoff von Niehoffs Kaffeerösterei und Herrn Walter von Lebensbaum zwei Pioniere in diesem Bereich als Dozenten gewinnen konnten. Was kostet das Studium bei Ihnen? Das Studium kostet monatlich 280 Euro. Einmalig wird zudem eine Prüfungsgebühr von 300 Euro für die Abschlussprüfung erhoben. Insgesamt belaufen sich die Kosten also auf 12 060 Euro. Weitere Informationen zum Studiengang gibt es bei der NBS.

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