Mitklatschen erlaubt - The Feeling machen die Musik für den verspäteten Sommer

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Es heißt, dass ihr nichts großartiger findet, als ein Publikum, das bei den Songs mitklatscht … Wir lieben es, die Leute in unsere Show mit einzubeziehen. Und meistens klappt das auch. Gibt aber auch Menschen, die das ziemlich albern finden. Das Mitklatschen? Zum einen das, aber vor allem die Tatsache, dass wir dazu animieren. Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, was cool sein soll und was albern. Je älter Du wirst, desto mehr verschwimmen da die Grenzen. Wir sind jetzt alle Mitte 20 … … Donnerwetter! Schon klar, das ist nicht besonders alt. Aber vor ein paar Jahren war es mir – und auch vielen Gleichaltrigen – enorm wichtig, genau sagen zu können, was cool und hip ist. Jetzt beurteile ich die Dinge nach ihrem Wert. Und bin ziemlich zufrieden damit.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Wertigkeit setzt dann aber doch ein Urteil voraus und Urteile entstehen meist durch Unterscheidung. Welches Kriterium bestimmt die Feeling-Unterscheidung. Unser Gefühl für Stil. Wir wissen, was gute Kunst ist. Dabei geht es um Zeitlosigkeit und Klarheit. Ob beim Design, in der Bildenden Kunst oder bei Musik. Und worum ging's, als ihr euch vor ein paar Jahren auf dem College getroffen habt? Darum, sich über Wasser zu halten (lacht). Wir jobbten alle als Sessionmusiker in London und waren bereit, so ziemlich alles zu tun, um an Geld zu kommen. Ihr habt Stimmungsmusik gemacht. Ja, in einer Coverband. Aber wir haben viel gelernt damals. Sagst du jetzt so. Ganz altersmild … Wir fanden das wirklich okay. Richtig hart waren bloß die Après-Ski-Auftritte in den französischen Alpen. Wenn du so was einigermaßen unfallfrei hinter dich gebracht hast, kann dich so schnell nichts mehr erschüttern. Das war wirklich Knochenarbeit. Wir haben das ein paar Jahre lang gemacht. Jeden Winter Stimmungsmusik. So hat das mit The Feeling angefangen.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Herzlichen Glückwunsch zur Weiterentwicklung! Die Möglichkeit zur Weiterentwicklung war eben auch deshalb perfekt gegeben, weil wir wirklich von ganz unten angefangen haben. Als englische Cover-Band auf französischen Après-Ski-Partys – das war eine Erfahrung, die Mut zum Risiko erforderte. Außerdem war ich damals noch kein Sänger. Das kam erst mit der Zeit. Und nebenbei lernten wir auch noch als Band zusammenzuleben. Und wir lernten durch das Covern viel über großartige Popsongs. Über Melodie, Harmonie, Struktur. Dem aktuellen Album nach handelt es sich bei den Lehrern vornehmlich um AC/DC, Van Halen und Toto. Aber auch um David Bowie, den frühen Elton John und Pink Floyd. Alles großartige Musik! Keine The-Band dabei komischerweise. Zufall, ich hätte auch The Beatles nennen können. Ich finde, ein "The" gehört einfach zu einem zeitlosen, klassischen Bandnamen. Und für uns kam eben nur ein zeitlos-klassischer Bandname in Frage. Obwohl wir erst ziemlich spät auf The Feeling gekommen sind. Ich dachte schon, ihr wollt Euch dadurch für immer an Eure Skihüttenzeit erinnern … Nein! (lacht) Aber der Name kommt lustigerweise wirklich aus Frankreich. In Paris sind wir mal an einer Bar vorbeigekommen. Über der Tür stand in neonroter Schreibschrift "The Feeling". Das sah so fantastisch aus, dass wir nicht widerstehen konnten. Das Album "Twelve Stops From Home" erscheint am 2. Juni bei Universal – ab Freitag kannst du die Rezension in der Rubrik „Reingehört und aufgeschrieben“ lesen. The Feeling kommen auch für Konzerte nach Deutschland: zum Hurricane-Festival (23. Juni) und auf das Southside-Festival (25. Juni). Wer in das Album reinhören möchte gelangt hier zum jetzt.de-Album-Player –das Video zur Single „SEWN“ gibt es für RealPlayer und WindowsMedia.

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