Moneybrother macht jetzt auch Tomatensuppe

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Du hast seit Kurzem eine eigene Tomatensuppe namens „Moneybrother Max’s“. Wie kommst du denn auf so was? Ich veröffentliche gerade mein fünftes Album. Da bei jeder Veröffentlichung immer nur alle über die gleichen musikalischen Themen mit mir sprechen wollen, und mir das einfach zu langweilig wird, habe ich als kleine PR-Aktion die Suppe gemacht. Das war eine gute Idee! Plötzlich habe ich sogar mit Leuten aus der Lebensmittelindustrie zu tun, die wiederum mit meiner Musik überhaupt nichts am Hut haben. Ich bin mit meinem Kumpel auch manchmal auf Lebensmittelmessen, das macht mir großen Spaß. Mal was anderes. Man kann mit der Suppe übrigens auch einen ganz hervorragenden Bloody Marry machen. Allerdings ist sie superteuer. Wahrscheinlich ist sie die teuerste Suppe in der Suppengeschichte Schwedens. Eine kleine Dose kostet umgerechnet schon etwa fünf Euro.

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Illustration: Julia Schubert

Kannst du selbst gut kochen? Was würd’s zum Beispiel geben, wenn du ein Mädchen bei einem Dinner in deiner Wohnung beeindrucken möchtest? In Schweden sagt man ja: „Der Weg zum Herzen eines Mannes führt durch seinen Magen!“ Sollte also ein Mädchen eine Top-Köchin sein, könnte sie es schaffen, dass der Junge, für den sie sich interessiert, sich in sie verknallt. Ich muss allerdings zugeben, dass sich wegen meiner Kochkünste noch nie ein Mädchen in mich verliebt hat. Ich bin 1,85 Meter groß und wiege 55 Kilo – ich denke, das erklärt, warum ich zum Kochen nicht all zu viel sagen kann. Wenn ich ein Mädchen zum Essen bei mir einladen würde, müsste ich meinen Kumpel anrufen, der auch an der Herstellung meiner Tomatensuppe beteiligt war. Er ist ein toller Koch. Er müsste das Essen liefern, bevor das Mädchen in meine Wohnung kommt. Allerdings würde ich meine Suppe wohl mit ins Spiel bringen. Das ist doch beeindruckend, wenn der Junge schon seine eigene Suppe auf dem Markt hat! Was würdest du ihr zu trinken anbieten? Und welche Musik würde zum Dinner laufen? Ich trinke gerne und viel. Wenn ein Mädchen zu mir nach Hause käme, würde ich ihr wohl Wein anbieten. Dazu würde ich Soul-Musik anmachen. Aber nicht so Berry-White-Zeug, das wäre zu offensichtlich. Eher was von Al Green. Kannst du was traditionell Schwedisches kochen? Ich kann Kartoffeln kochen, und dazu würde es die typisch schwedischen Fleischbällchen geben. Ich bin kein kompletter Loser, was das Kochen angeht, das muss ja auch mal gesagt sein! Wenn ich ein Kochbuch zur Hand hätte, könnte ich wahrscheinlich alles kochen. "We die only once"

Wie habe ich mir deine Küche vorzustellen? Ich habe mir gerade ein ziemlich großes neues Zuhause in Stockholm gekauft. Ziemlich groß – aber auch ziemlich heruntergekommen, bevor ich es renoviert habe. Als ich mit dem Einrichten begann, habe ich unglaublich viel Geld in die Küche investiert, das ist der mit Abstand teuerste Raum im ganzen Appartement. Ich stehe jetzt total gerne drin und gucke mir alles an – aber benutze fast nichts. Immer wenn ich vor meinem riesigen Kühlschrank stehe und die vielen Sachen darin angucke, spüre ich eine plötzliche Leere in meinem Kopf. Das ist so ähnlich wie das Gefühl, das ich habe, wenn ich in Meetings sitze und die Leute mit mir über Wirtschaft reden wollen. Hat deine Mutter dir ein paar Basics beigebracht? Ich bin schon von Zuhause ausgezogen, als ich erst 16 Jahre alt war. Zudem war ich zu dem Zeitpunkt noch kein wirklicher Bestandteil der Kochprozesse daheim. In den darauffolgenden Jahren war ich gezwungen, immer nur das Billigste zu kaufen, was der Supermarkt zu bieten hatte. Das bedeutet, ich habe mich vor allem von Nudeln ernährt. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich nie wirklich gelernt habe, richtig zu kochen – weil ich es mir so lange nicht leisten konnte. Als ich mit der Musik das erste Geld verdiente, war es schon zu spät. Seitdem gehe ich eher essen. Kann man erwarten, dass es zur nächsten Platte Moneybrother-Nudeln gibt? Das wiederum glaube ich nicht. Alleine weil Schweden nicht gerade bekannt ist für gute Pasta. Es würde ein bisschen komisch wirken, wenn ein schwedischer Künstler im eigenen Land plötzlich eine Nudelmarke haben würde. Aber ich könnte mir eine Nudelsuppe vorstellen, und auf der Packung einen Löwen, der die Stärke der Suppe repräsentiert. Vielleicht würde die ja auch in Deutschland gut ankommen.

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Illustration: Julia Schubert

„Real Control“ von Moneybrother erschien am vergangenen Freitag auf Our Choice/Rough Trade.

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