Agnes, du warst von Anfang an bei Sauspiel dabei. Wer seid ihr und was macht ihr? Wir sind eine Online-Plattform mit angeschlossener Spielmöglichkeit für das Spiel Schafkopf. Mittlerweile haben wir 50.000 User. Sauspiel haben wir gegründet, um Schafkopfer in Bayern und weltweit miteinander zu vernetzen, damit sie wieder mehr zueinander finden und sich viele Spielrunden ergeben.

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Das ist die Agnes. Bild:www.sauspiel.de Wie seid ihr auf diese Idee gekommen? Während des Studiums in Berlin. Oft ist es ja so: Erst wenn man weg ist von zuhause merkt man was gut ist. Dazu kam, dass es in Berlin natürlich noch schwieriger ist, vier Leute für Schafkopf aufzutreiben. Wie hast du für dich selbst das Schafkopfen entdeckt? Mein Mitbewohner damals in München meinte, das geht ja gar nicht, dass wir immer nur pokern und er müsste mir jetzt mal dringend einen Schafkopf beibringen. Ich war gleich sehr begeistert, weil es ein sehr komplexes Spiel ist und nicht so einzelkämpferisch. Was heißt überhaupt Sauspiel? Sauspiel ist eine Spielvariante im Schafkopf, bei der man mit einem anderen zusammen spielt. Und zwar auf die Sau, das ist das Ass, so findet man seinen Partner. Wie ist denn der Mädchen/Jungs-Anteil? Natürlich sind es mehr Jungs, aber ich freue mich sehr, dass immer mehr Mädels zum Schafkopf kommen. Es ist halt schon so, dass die Väter ihren Jungs das Spiel beibringen. Aber da man bei uns relativ schnell den Schafkopf lernt und auch spielen kann wenn man nur das Grundwissen hat, trauen sich auch ganz viele Frauen. Sind es auf eurer Plattform mehr junge oder alte User? Sehr gemischt, aber ich würde schon sagen mehr junge Leute. Das ist natürlich sehr schön, und wir werden oft dafür gelobt, dass viele junge Leute unsere Seite so mögen, und deshalb dem Schafkopf näherkommen. Warum seid ihr „Deutschlands gemütlichste Schafkopf Community“? Es gibt andere Schafkopf-Anbieter, aber die haben nicht diese Community-Funktion, dass man sich unterhalten, sich kennenlernen, und sich Freunde machen kann. Und natürlich findet unser Spiel in einer echten Wirtshausumgebung statt: an einem Tisch, an dem man selber von einem Avatar, also einem Spieler, vertreten wird. Und man hat ein Bier auf dem Tisch stehen. Siehst du einen Trend zum Kartenspielen? Also raus aus dem Klischee des alte- Männer- Stammtischs im Wirtshaus und rein in die virtuelle Community? Auf jeden Fall. Wenn ich das bei uns beobachte und auch wenn wir Veranstaltungen machen, da kommen so viele junge Leute, die gehen erst zum Schafkopfen und dann in die Disco. Das lässt sich für die alles wunderbar vereinen. Und eben nicht dieses nur am Stammtisch in der festen Runde und granteln.

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Und das ist Agnes Team. Bild:www.sauspiel.de Letzte Woche habt ihr versucht den Weltrekord im Dauerkartln, der bis jetzt von Österreichern gehalten wurde, zu brechen. Hat’s geklappt? Ja, gestern haben wir den neuen Weltrekord aufgestellt. Über die Community haben wir Spieler gesucht, die Lust hatten dieses Wagnis einzugehen und sich eine ganze Woche Zeit zu nehmen und nur Schafkopf zu spielen. Darauf haben sich einige gemeldet, und letzte Woche war’s soweit. Am Dienstag ging es los und gestern Abend um 18:00 Uhr war’s vorbei, nach 126 Stunden. Damit haben wir den neuen Weltrekord. Na dann Gratulation! Aber 126 Stunden am Stück wach bleiben und dabei Karten spielen – bricht einem da nicht irgendwann der Arm ab? Man kann natürlich Pausen sammeln, ganz ohne geht’s nicht. Pro gespielte Stunde bekommt man fünf Minuten auf sein Pausenkontingent gutgeschrieben. So geht das überhaupt, dass man 126 Stunden spielt. Dazu kam, dass Auswechselspieler erlaubt waren. Das geben die Regeln von Guiness so vor. Wir haben aber gesagt, ein Vierer-Team muss erstmal den inoffiziellen bayrischen Rekord von 76 Stunden einstellen, sonst wäre es uns ein bisschen zu einfach gewesen. Also waren sie immerhin 77 Stunden wach? Ja zwischendurch haben sie mal eine Stunde geschlafen, wenn man das so nennen kann. Wir hatten auch Ärzte da, die sich immer wieder den Zustand der Spieler angeschaut haben und mal bisschen was bandagiert oder getaped haben und geschaut haben, dass es ihnen auf jeden Fall gut geht. So viel Schlafentzug ist natürlich mit Risiken verbunden, aber das war überhaupt kein Problem. War Kaffee der Wachmacher oder hattet ihr einen Geheimtipp? Kaffee ist nicht so gut, weil der zwar kurzfristig wachhält, aber später ist man doch müde. Wir haben mehr mit Tees und gesundem Essen dagegen gesteuert. Gegessen wurde allerdings am Tisch, während des Spiels. Ihr habt 2.500 Euro Preisgeld gesponsert. Was machen die Sieger damit? Die Mannschaft die gespielt hat, wird davon jetzt ausgiebig feiern gehen. Ich bin unglaublich stolz auf sie, es war so schwer, aber sie haben es richtig toll gemacht. Mehr zum Thema auf jetzt.de: Ein Interview zur Gründung der Website.