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Peter Miles singt mit Bob Geldof gegen die Armut

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Peter, Du trittst im Rahmen der Proteste gegen die G8 auf. Gegen die so genannten Supermächte, ja. Warum? Weil sie Afrika ausgebeutet haben. Inwiefern? Während der Kolonialzeit nahmen sie den Reichtum von Afrika, und sie brachten ihn nie zurück. Das ganze Gold, das die Queen von England hat, das Zeichen ihres Wohlstands, kommt aus Afrika. Und Kupfer. Kupfer und Gold fallen mir ein.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Ich würde lieber über die Gegenwart reden, anlässlich der Proteste gegen den Gipfel. Die Gegenwart, auch okay. Afrika hat Schulden. Aber ich sage: Afrika hat sie während der Kolonialzeit um ein Vielfaches bezahlt. Was muss also Deiner Meinung nach geschehen? Gerechtigkeit. Wir brauchen keine Hilfe. Afrika kann selber etwas leisten, es gibt hier Bodenschätze und viele Ideen. Aber man muss die Strukturen schaffen. Wie? Indem man Afrika zurückgibt, was man genommen hat. Das klingt nach einer Umschreibung für das, was andere Hilfe nennen. Ich rede nicht von Geld, zumindest nicht nur. Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun. Natürlich gehören Zuschüsse dazu, aber das ist nur ein Punkt. Es gibt Geschäftszweige, die von Afrikanern aufgebaut werden können, Investitionen in die eigene Zukunft. Es muss möglich sein, sich hier etwas aufzubauen, ohne dass man Angst haben muss, von ausländischen Investoren aus dem Geschäft gedrängt zu werden. Studienstipendien wären gut, denn Bildung ist wichtig. Oder andere Stipendien, damit man die Möglichkeit hat, hier seine Pläne zu realisieren. Beim G8-Gipfel reden Politiker der acht Länder auch über Aktivitäten, die zugunsten Afrikas ergriffen werden sollen. Warum protestierst Du dagegen? Weil ich mit den Bedingungen, die mit dieser Hilfe verbunden sind, nicht einverstanden bin. Die G8-Länder machen immer noch Politik, die ihren eigenen Interessen dient. Nach dem Motto: Wenn Ihr von uns Hilfe wollt, dann gilt dies und das. Dieses „dies und das“ ist aber nicht gerecht, wir werden dadurch zu Bettlern gemacht. Hast Du ein Beispiel? Das beginnt schon bei Visaanforderungen. Als ich in Kanada meine Musik promoten wollte, hatte ich Konzerte ausgemacht, die Tour war schon organisiert. Und dann bekomme ich kein Visum, weil ich aus einem armen Land bin. Hey, ich meine, ich habe mehr als viele 26-Jährige in Kanada. Ich kann hier in Uganda leben, von meiner eigenen Arbeit als Künstler. Ich verdiene Geld, ich habe ein Auto, und wenn ich will, kaufe ich mir ein zweites. Natürlich hat nicht jeder in Uganda ein Auto wie ich. Aber in einem Punkt spreche ich für viele Menschen hier: Ein wichtiger Schritt wäre, nicht immer alle Afrikaner wie Bettler zu behandeln. Das Bild vom afrikanischen Opferkontinent wird aber auch in der Kampagne "Deine-Stimme-gegen-Armut" transportiert, deren Teil das Konzert ist. Prinzipiell sehen sich Leute das Konzert an, die nicht einverstanden sind mit der Politik. Und 60.000 verkaufte Eintrittskarten sprechen für sich. Das sind 60.000 nicht einverstandene Leute. So viele hatte ich nicht erwartet. Gibt es auch Protest in Uganda? Es gibt Protest, ja, auch gegen die G8, aber vor allem gibt es Proteste gegen die eigene Regierung. Warum? Weil es zum Beispiel Minister gibt, die Entwicklungsgelder für ihre eigenen Zwecke nutzen. Es gibt afrikanische Führer, die sich persönlich daran bereichern. Korruption ist auch ein großes Problem. Was bringt unter den Voraussetzungen mehr Hilfe von oben? Ich möchte ja eben nicht sagen, dass wir Hilfe brauchen. Wir brauchen Gerechtigkeit. Was wirst Du bei Deinem Auftritt singen? Ein Lied heißt „Obulamu“, das heißt „Leben“. Es handelt von Ungerechtigkeit. Willst Du wissen, wie der Refrain lautet? „The world is rough“. Und dazu: Raggabeats. Hier gibt es mehr Informationen über das Konzert am Donnerstag und hier über Uganda Hier kannst du dir Peter Miles Song One Time anhören. Foto: www.petermiles.net

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