Der Künstler Andreas Strauss, 39, reichte 2005 eine ebenso einfache wie geniale Idee bei dem Designwettbewerb "Innovationspreis der Kulturplattform Oberösterreich KUPF" ein. Seitdem stehen in der Nähe von Linz mehrere Kanalröhren mit Doppelbetten. Außerdem kann im Parkhotel jeder Gast selbst entscheiden, wie viel er bezahlen möchte. Was genau ist das Parkhotel? Das Parkhotel besteht aus Kanalröhren mit einem Doppelbett darin. Oben ist noch ein kleines Fenster. Ich bezeichne es als „Gastfreundschaftsgerät“. Mir ging es darum, eine möglichst einfache, lockere und anonyme Übernachtungsmöglichkeit zu entwickeln. Eine Art Schließfach, das auf das Nötigste reduziert ist. Die Idee habe ich bei einem Wettbewerb eingereicht und darüber dann eine Menge Sponsoren gewinnen können. Transport und Rohre waren dadurch gratis. Wie groß ist so eine Röhre? Der Durchmesser liegt bei 2,03 Meter, so dass man gut stehen kann. 2,60 Meter ist die Röhre lang. Drinnen ist dann ein Doppelbett. Die Röhren werden ja nicht beheizt. Ist das nicht kalt? Für den Winter ist das natürlich nichts. So eine Röhre ist im Prinzip nichts anderes als ein besseres Zelt. Aber ab Frühjahr wird es darin sehr gemütlich. Wo gibt es diese Röhren denn? 2005 stand das Parkhotel in Linz und seit 2006 ist es in Ottenheim, zehn Kilometer von Linz entfernt, in einem öffentlichen Park. In der Nähe sind auch öffentliche Duschen und Toiletten.

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Was für Gäste übernachten im Parkhotel? Das geht von einheimischen Jugendlichen, die da ein Wochenende Party machen, über autonome Fahrradtouristinnen um die 50 aus Holland. Letztere lassen manchmal so nette Zettel zurück, auf denen steht, dass „sie sich schon lange nicht mehr so unabhängig, frei und doch so geborgen gefühlt haben“. Stimmt es, dass jeder Gast so viel Geld zahlen kann, wie er möchte? Ja. Das ganze ist ja aus einem Versuch entstanden. Wir haben uns nur gefragt, ob so etwas den Leuten auch etwas wert sein könnte. Aber ich habe keinen kommerziellen Hintergedanken. Du machst das nur zum Spaß? Im Prinzip ja. Momentan stecke ich auf jeden Fall mehr Zeit und Geld hinein, als herausspringt. Allerdings meinte jemand von der Stadt Passau einmal, dass es fünf Jahren jeder Stadt peinlich sein muss, wenn sie solche Übernachtungsmöglichkeiten nicht hat. Wenn ich jährlich drei, vier, fünf Röhreneinheiten bauen könnte, wäre die Sache natürlich schon finanziell interessant. Wie viel bezahlen die Leute denn im Durchschnitt? Zehn bis zwölf Euro bleiben eigentlich immer liegen. Davon werden auch noch zwei Damen bezahlt, die Wäsche waschen und sauber machen.

Text: philipp-mattheis - Fotos: Andreas Strauss