Vielleicht sind die beiden tatsächlich so etwas wie die Meg und der Jack White des Netzes. Popstars des Web. Zwei Blogger, die mit Bildern schaffen, was die White Stripes mit ihrer Musik machten: Leute zu versammeln, die sich an etwas Gemeinsamem freuen. Und so wie über der Familie White der Schatten der Trennung liegt, enttäuschten auch Sine und Kristofer ihre Fans. Im Herbst vergangenen Jahres posteten sie das letzte Bild auf fuckyouverymuch.dk. Es ist ein schwarzes Rechteck, das mit den Worten „We will never come back“ unterzeichnet ist. Und es ist eine Lüge. Denn seit vergangener Woche wissen wir: Das Blog, das in seiner Unterzeile behauptet "Fuck you is the new thank you", ist wieder da!

Grund genug, den Machern eine Mail zu schreiben. Jetzt hat Kristoffer uns geantwortet – mit der Entschuldigung für seine Verspätung. Er sei sehr müde und habe einen Jetlag. 


831350



Wo wart ihr seid eurem Abschied im Herbst?
Wir brauchten eine Pause vom Blog, das ist alles. Aber jetzt haben wir gemerkt: Uns beiden fehlt das Blog doch sehr. Deshalb haben wir uns entschieden, dass es ein guter Zeitpunkt ist, zurückzukommen. 

Warum?
Wir haben einfach ständig gute Bilder gefunden und hatten den Impuls, diese weiterhin zu teilen – natürlich untereinander aber auch mit all den wunderbaren Menschen, die dem Blog folgen.   


831351



In dem kurzen Erklärtext, der auf der Seite über den undeutlichen Bildern von Sine und Kristoffer zu sehen ist, beschreiben sie ihr Blog als „visual diary“, das sie nutzen um auf visuelle Art ihre Gedanken miteinander zu teilen. Wichtigstes Merkmal dieses besonderen gemeinsamen Tagebuchs sind die Bildunterzeilen, die immer mit einem verbindenden „Wir“ arbeiten – und aus dieser Perspektive die Bilder kommentieren, die die beiden von überall zusammentragen.  

Wo findet ihr denn all die tollen Bilder?
Sagen wir mal so: Wir haben unsere Quellen. Und: Das Internet ist ein guter Anfang. Der Rest ist unser Geheimnis.  

Die Bilder von Fuckyouverymuch zeigen Erstaunliches, Schönes und Sexuelles. Sine und Kristoffer bewegen sich auf einem schmalen Grad zwischen Pornografie und Alltagsbeobachtung und bedienen damit eine Tumblr-Kultur, in der Bilder zu einem teilbaren Gut werden. Zwar integriert sich FYVM nicht in die Welt des Microblogs, in der man per Mausklick Fotos von hier auch dort anzeigen kann, auch gibt es keine Kommentarfelder. Doch die Bezugswelt, aus der heraus FYVM entsteht, ist klar erkennbar. Vielleicht auch deshalb mag Kristoffer nicht über Urheberrechtsfragen sprechen. Er sagt aber, bisher noch keine Copyright-Probleme gehabt zu haben.    

Wie waren die Reaktionen auf eure Rückkehr?
Es gab unfassbar viele Dankesmails, die Leute registrieren sich auf unsere Facebook-Seite und sind wirklich sehr erfreut, dass wir wieder da sind. Das zeigt uns: unsere Entscheidung war richtig.  

Was wisst ihr über eure Leser?
Wir haben tatsächlich Leser in allen möglichen Ländern. Wir kriegen ziemliche viele Mails und die kommen aus Deutschland, Ost-Europa und den USA. Und natürlich aus Dänemark.

  Aus Dänemark kommen auch Sine und Kristoffer. Viel mehr wollen sie über sich nicht verraten. Nur das: Sie sind Mitte 20 und machen was mit Medien. Kristoffer schreibt außerdem: „Wir sind sehr gute Freunde und waren für eine lange Zeit getrennt. Aber jetzt leben wir in der gleichen Stadt und teilen eine Begeisterung fürs Essen.“  

Sag mal, was hat eigentlich der Titel des Blogs zu bedeuten?
Die Idee stammt von einem gemeinsamen Freund. Er hat das vorgeschlagen, nachdem wir ein paar andere Namen ausprobiert hatten. Fuckyouverymuch fanden wir dann am besten. Das war übrigens bevor Lily Allen mit ihrem Song rauskam...

Und wie geht es jetzt weiter?
Wir wollen reisen, mehr Bücher lesen und versuchen erwachsen zu werden (haha). Wir wollen unser Leben auf die Reihe kriegen (das wird nie klappen) und dem folgen, was wir glauben. Und dann werden wir ein paar Dinge am Blog ändern. Wir sind schon sehr aufgeregt, also: schaut euch das an!