"Zu viele Podcasts reden einzeln vor sich hin"

Quelle: themencast.
christoph-bieber

Quelle: themencast.de Der Medienwahlkampf geht in eine neue Runde: Heute findet der erste deutsche Podcast.-Thementag statt. Alle deutschen Podcaster sind eingeladen, Sendungen zum Thema Bundestagswahl 2005 aufzunehmen. Mitmachen oder zuhören kann man unter themencast.de. Wir sprachen mit Daniel Peters, einem der Organisatoren des ersten deutschen Podcast-Thementags. Was war die Initialzündung für den Podcast-Thementag? Die Idee zum Thementag entstand schon in den ersten Gehversuchen meines eigenen Podcasts. Ich sah, dass es viele Podcasts gibt, die einzeln vor sich hinreden, nur selten auf andere Podcasts eingehen, oder sich gar für einzelne Sendungen zusammenschließen. Darunter leidet das riesige Potenzial dieser Technik, denn hier findet sich ein großer Pool gesprächsbereiter Menschen, die über Themen diskutieren wollen und ihre Meinung mit einer breiten Öffentlichkeit teilen wollen. Gibt es ein Vorbild für den Thementag oder ähnliche Aktionen? Es gab vor diesem Thementag zwei ähnliche Versuche, doch war zu der Zeit die Szene noch zu sehr unter sich und die Resonanz nicht so groß, wie es bei dem kommenden Thementag der Fall ist. Das Echo ist durchweg positiv und wir erwarten, dass die Downloads aller Sendungen im fünfstelligen Bereich liegen wird. Was erwarten Sie von den Themencasts zur Wahl? Wir erhoffen uns, dass dem Hörer ein breites Spektrum an Meinungen angeboten wird. Wenn dieser während der Sendung eifrig mit dem Kopf schüttelt oder zustimmend nickt, dann haben wir unser Ziel erreicht - er denkt nach und beschäftigt sich mit dem Thema. Durch Interviews mit kompetenten Gesprächspartnern wollen wir dem Hörer überlassen, was er über verschiedene Meinungen oder Aussagen denkt. Ideal wäre es, wenn ein Hörer dazu angeregt wird, seine Wahlentscheidung noch einmal zu überdenken und zu optimieren. Wir haben bewusst auf Unparteilichkeit verzichtet und auf freie Meinungsbildung gesetzt. Jeder Podcast wird politisch anders gerichtet sein und die Gesamtheit wird hoffentlich das Vorhaben jeder Partei durchleuchten und kritisieren. Was halten Sie von Podcast-Angeboten der Parteien wie iKauder.de oder spd-podcast.de? Dürfen die auch mitmachen? Grundsätzlich ist jeder Podcast erwünscht, sofern er informativ und unterhaltend ist. Ich fände es nur dann bedenklich, wenn es nur Podcasts von einer Partei gäbe. Da ikauder.de jedoch von der CDU und spd-podcast.de von der SPD ist, zeigen sich hier auch schon wieder zwei Pole. Es handelt sich hierbei um nichts anderes als ein weiterer Weg der Politik in die Medien. Problematisch ist es, wenn der Hörer alles glaubt und nicht hinterfragt. Dann können solche Sendungen schnell propagierend wirken. Zum Glück hören sich aber politisch uninteressierte Menschen diese Podcasts gar nicht erst an. Ist der Thementag eine Antwort auf die offiziellen Podcasts der Parteien? So würde ich das nicht sehen. Eher sind die offiziellen Podcasts der Parteien eine Antwort auf den Thementag, da unsere Idee zuerst bestand. Die Sendungen der Parteien sind recht neu und gehören zum Wahlprogramm. Wir wollen am Thementag informieren und diskutieren – im großen Stil und einmalig. So nerven wir niemanden und erreichen mehr. Wenn die Parteien in ihren Podcasts auf einzelne Sendungen des Thementages eingehen wollen, können sie dies gern tun. Wir werden sicher antworten.