Clubsocken an! Zwei Live-Empfehlungen für den November

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1. The Beangrowers

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Illustration: Julia Schubert

Malta. Komische Mittelmeerinsel, englischsprachig, kleinstes EU-Land. Sonst noch was? Ja, die Beangrowers. Diese unfassbar nette Rockband spielt sich mit Leadsängerin Alison Galea seit geraumer Zeit von dort in die Gehörknöchelchen der aufmerksamen Hörer. Die Beangrowers machen das alte, klassische Indierock-Ding: Zwei Jungs sorgen für den Rhythmus und vorne steht ein bezauberndes Mädchen und schwingt die Gitarre in einer Art, dass Nicht-Verlieben schwierig wird. Seit 1995 spielt die Band in der gleichen Besetzung und tourt von ihrer kleinen Mittelmeer-Basis aus in die ganze Welt – so konnte es auch passieren, dass ihr größter Charterfolg in Neuseeland gelang, wo sie 2002 die Single „Jose Clemente“ in die TopTen brachten. Dabei ist ihr Exotenbonus nicht falsch zu verstehen – die Musik ist absolut metropol-gerecht und mit allen Wassern gewaschen. Käme die Formation aus Leeds oder Toronto, hätte man heute längst ein Beangrowers-Shirt im Schrank. Stattdessen werden sie immer noch als Geheimtipp weitergereicht und spielen ihre großen Songs in kleinen Läden. Deswegen gilt erst recht: Hingehen, anschmachten, gutfinden. Nicht wegen Malta, sondern einfach so.

Beangrowers auf Tour: 22.11.08 Freiburg - Drifters 23.11.08 Mannheim - 7er Club 25.11.08 Hamburg - Fundbureau 26.11.08 Köln - Underground 27.11.08 Dresden - Bärenzwinger 28.11.08 Berlin - Maschinenhaus der Kulturbrauerei 29.11.08 Leipzig - Ilses Erika Das Album "Not In a Million Lovers" ist bereits erschienen 2. Norman Palm

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Illustration: Julia Schubert

Erster Reflex: Och nö, Multitalent. Denen steht man ja prinzipielle skeptisch gegenüber. Wenn einer mehrere Sachen macht, kann er dann überhaupt eine richtig gut? Norman Palm kann. Der Typ ist Grafiker, Künstler und eben und vor allem Musiker. Einer von denen, die nur eine Gitarre brauchen, um sehr weit zu kommen. Zweiter Reflex: Och nö, nicht noch ein Singer-Songwriter der Wahrberliner ist. Berechtigt, aber eben leider - doch, einer muss noch sein, nämlich dieser Herr Palm. Wie er in aller Ruhe seine Saiten zupft und dazu ein bisschen singt, das hat einen Effekt, als ob, ja, als ob es noch nie einen Singer-Songwriter aus Berlin gegeben hätte. Erste Aufmerksamkeit schaffte er sich mit großartigen Coverversionen. Dritter Reflex: Mann, Coverversionen, das kann doch jeder. Dazu bitte mal diese Interpretation von „Girls Just Wanna Have Fun“ anhören:

Erinnert die Gitarre nicht an Paul Simon persönlich? Gut, ein gelungenes Cover ist erst die halbe Studiomiete. Ein Glück, dass Palm auf seinem Debütalbum mit den eigenen Songs an die Qualität der interpretierten Hits fast nahtlos anknüpft. Diese CD nun, kommt in limitierter Auflage versteckt in einem kleinen Buch, das auf zweihundert Seiten Grafiken und Zeichnungen zeigt - angesichts derer man neidlos zugeben muss: Das kann er also auch. Ein gutes Geschenk jedenfalls, für Menschen mit multiplen Interessen. Wer Norman Palm nur hören möchte, kann sich seine Songs auch einfach bei iTunes laden. Solche zum Beispiel: “In The City”

Norman Palm unterwegs: 06-11-08 - Leipzig / Galerie für zeitgenössische Kunst 08-11-08 - Völkermarkt / Austria / Step 10-11-08 - Feldkirch / Austria / Sonderbar 11-11-08 - Innsbruck / Austria / Theresianum 13-11-08 - Linz / Austria / Stadtwerkstatt 14-11-08 - Vienna / Austria / B72 15-11-08 - Klagenfurt / Austria / Volkshaus 16-11-08 - Mariazell / Austria / Kultursaal 17-11-08- Graz / Austria / Autumn Leaves Festival 18-11-08 - Zittau / Café Emil 19-11-08 - Hamburg / Michelle Record Store 19-11-08 - Hamburg / Headcrash 21-11-08 - Konstanz / Kulturladen 22-11-08 - Schaffhausen / Switzerland / Club Cardinal

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