Bloß kein Rasenneid!

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Ameisen
Ameisen laden sich gerne mal selbst zum Picknick ein. Um sie fernzuhalten, reicht es oft schon, die Speisen in verschließbare Dosen zu packen oder einen extra Teller mit einem Apfelstückchen oder etwas Limonade ein paar Meter von der Picknickdecke entfernt aufzustellen.

Brotzeit
Zwei Snacks haben sich schon bei vielen Picknicks bewährt: Spieße mit Mini-Mozzarellakugeln und Kirschtomaten sowie gefüllte Blätterteigtaschen. Statt dazu die üblichen Getränke mitzubringen, kann man auch mit selbstgemachtem Eistee angeben: Dafür einen halben Liter Wasser aufkochen und sechs Teebeutel (z. B. Schwarztee) darin ziehen lassen. Einen weiteren halben Liter kaltes Wasser und Eiswürfel dazugeben und mit Zitronenscheiben und -saft sowie Zucker abschmecken.

Cocktail
Ein kühler Cocktail zum Picknick, das wär was! Doch Eiswürfel, Shaker und Säfte mitzuschleppen ist recht umständlich. Beim Bachmaier Hofbräu (Leopoldstraße 50) kann man frisch geschüttelte Cocktails to go kaufen (je 5,50 Euro). Mit Mai Tai oder Piña Colada bewaffnet ist auch der Weg in den Englischen Garten nicht mehr so weit.

Dekadent
Das Münchner Picknick-Vorbild schlechthin ist der Monaco Franze. Er hat sich bei Dallmayr mit Walderdbeeren, Lachs und Champagner eingedeckt und im Englischen Garten mit lauter hübschen Frauen gepicknickt.

Essen auf Rädern
In der „Villa Flosslände“ (Zentralländstraße 30) kann man sich einen Leiterwagen samt Tisch, Stühlen, Schirm, Geschirr, Grill, Getränken und Speisen reservieren. Das Wagerl muss man dann nur noch runter in die Isarauen ziehen. Auch die „St. Emmeramsmühle“ (St. Emmeram 41) vermietet gefüllte Picknick-Leiterwagen.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Seit etwa 70 Jahren ist auf dem alten Nordfriedhof niemand mehr beerdigt worden. Zwischen Grabsteinen die Decke auszubreiten und zu picknicken gefällt aber nicht jedem.

Friedhof
Auch wenn der alte nördliche Friedhof nicht mehr „in Betrieb“ ist, etwas gewöhnungsbedürftig ist es schon, zwischen Grabsteinen zu picknicken. Trotzdem: Die parkähnliche Anlage an der Arcisstraße ist schon vormittags voller Picknicker und Studenten, die zum Lesen oder Sonnen kommen.



Grillen
Vor Ort Würstl oder Gemüsespieße zu brutzeln ist nicht überall erlaubt. Grillzonen gibt es zum Beispiel im Hirschgarten, im Ost- und Westpark, an der Isar vom Flaucher bis zur südlichen Stadtgrenze, an der Isarinsel bei Oberföhring sowie am Fasaneriesee und Feldmochinger See.

Hirschgarten
Immer gut besucht. Wenn man ein bisschen sucht, findet man aber auch ein ruhiges Plätzchen. Falls die Getränke oder der Proviant ausgehen, wartet noch der benachbarte, gleichnamige Biergarten.

Isar
Das Isarufer ist ein schöner Ort zum Picknicken und Grillen – leider muss man sich auch diesen Platz mit vielen anderen teilen. Schön ist es in den „Frühlingsanlagen“ zwischen Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke, ruhiger auf dem Kiesstrand unter der Max-Joseph-Brücke. Ebenfalls nett ist es am Flaucher.

Jonglieren
Im Englischen Garten kann man nicht nur Jongleuren zusehen oder slacklinen, die vielen Wiesen sind auch der Klassiker zum Picknicken. Vor allem die Liegewiese rund um den Monopteros und entlang des Eisbachs sind beliebte Plätze. Etwas ruhiger ist es hinter dem P1 und im nördlichen Teil des Englischen Gartens.

Käse
Babybel ist das Paradebeispiel für das Prinzip „Draußen schmeckt alles besser“. Außer zum Picknicken kauft man den weichen Käse in der roten Wachshülle nie, dann ist er aber ein Muss.

Lieferservice
Mancher Lieferservice bringt die Bestellung bis an die Reichenbachbrücke. Achtung: Wenn man nicht aufpasst, wann der Pizzabote vorbeikommt, schnappt sich die Pizza vielleicht ein anderer.


Mittagspause
Für ein Mini-Picknick Mittagessen in der Kantine einpacken lassen oder beim Bäcker vorbeischauen und sich eine gemütliche Parkbank suchen. Sonst kommt man ja nie in die Sonne. Geht gut im Arabellapark, entlang der Isar in der Wittelsbacherstraße und zwischen den Pinakotheken.

Nachschub
Wenn Bier oder Kaffee aus ist oder man plötzlich Lust auf Eis bekommt, ist man beim 24-Stunden-Kiosk an der Reichenbachbrücke an der richtigen Adresse. Dort gibt es fast alles, vom Cheeseburger und Eiswürfeln bis hin zu Süßigkeiten, Chips und Zeitungen. Bei schönem Wetter muss man allerdings schon mal eine Weile anstehen.

Olympiaberg
Auf dem Olympiaberg ist man zwar nie ungestört, der Aufstieg lohnt sich aber trotzdem wegen der tollen Aussicht auf München. Vor allem, wenn man dabei auch noch kostenlos einem Konzert im Olympiastadion lauschen kann.

Picknick-Turm
Picknicktürme bestehen aus gestapelten Pausenboxen und sind neben Melamin-Geschirr der große Picknicker-Trend – sagt jedenfalls Anja Sörgelei, Inhaberin der „schönesörgelei“ (Reutterstr. 40). In ihrem kleinen, bunten Laden gibt es außer den Türmen auch noch Picknickgeschirr, Servietten, Brotzeitbrettl, einzelne Pausenboxen und Kühltaschen.

Quiche
Laut BBC ist die Quiche „a picnicker's best friend“: Schließlich kann man sie transportieren, ohne dass sie Schäden nimmt, sie schmeckt warm und kalt und, wenn man will, jedes Mal anders. Nachteil: Für die echte Quiche lorraine braucht man gut und gerne zwei Stunden Vorbereitung.

Rasenneid
Jede Parkbank und jeder Zentimeter Rasen sind besetzt, sobald die Sonne rauskommt, trotzdem ist der Gärtnerplatz ein wunderbarer Ort zum Picknicken – und Inspirierenlassen, was die anderen so an Leckereien eingepackt haben. Für ein spontanes Picknick zwischen den Blumenbeeten kann man sich im „Greissler“ (Corneliusstr. 20) noch bis Ende Juni mit Wein, Sekt und Milchkaffee eindecken.


Styling
Kein Picknick ohne Vichy-Karo. Man findet das rot-weiße oder blau-weiße Karo auf Decken, Servietten, dem Innenfutter von schicken Picknickkörben und sogar auf Papp-Etageren. Vielleicht passt das traditionelle Muster so gut zum Picknick, weil dabei das Ländliche auf das Kulinarische trifft. Das Vichy-Karo ist nach seiner französischen Heimatstadt benannt, trotzdem kennen wir es vor allem als Dirndlmuster und von den Tischdecken beim Italiener.

To go
Fertig gepackte Picknickkörbe gibt es etwa beim „Bachmaier Hofbräu“. Dort holt man sich einfach das „Picknick to go“ ab und muss sich nur noch ein schönes Plätzchen suchen. Auch im „Bavarese“ (Ehrengutstraße 15) gibt es das Angebot. Meist muss man eine Leihgebühr für Korb und Geschirr hinterlassen.

Urbanauten
Der Kulturstrand der Urbanauten ist dieses Jahr an den Vater-Rhein-Brunnen nördlich der Ludwigsbrücke gezogen. Dort kann man beim Rahmenprogramm wie Public Viewing oder einem Konzert picknicken – oder zieht auf die ruhigere Wiese hinter dem Kulturstrand.

Vergessen
Irgendwas fehlt immer: der Korkenzieher, das Besteck oder die Sonnencreme. Unbedingt einpacken sollte man auch eine Mülltüte – wegen der Müllberge an der Isar gab es in der letzten Zeit immer wieder Ärger.

Westpark
Auf den Wiesen rund um den Westsee findet man immer ein schönes Plätzchen für ein Picknick, am besten unter einer der vielen Kastanien und mit ein bisschen Glück sogar mit Blick auf den See. Auf der Seebühne findet im Sommer das Open-Air-Kino „Kino, Mond & Sterne“ statt. Zum Filmeschauen kann man seinen eigenen Picknick-Korb mitbringen, nur Gegenstände aus Glas oder Porzellan und mitgebrachte Getränke sind nicht erlaubt.

XXL-Romantik
Ein Geheimtipp für ein romantisches Picknick ist der Denninger Anger in der Nähe vom Arabellapark. Kein Geheimtipp, aber sehr romantisch, ist ein Picknick am Friedensengel, auch wenn man dafür viele Stufen raufsteigen und über die ein oder andere Kette springen muss.

Your own Food
Im Englischen heißt es „Bring Your Own Food“, in Bayern gilt das Biergarten-Prinzip: Die Brotzeit darf man mitbringen, nur die Getränke muss man vor Ort kaufen.

Zubehör
Picknickkorb ist nicht gleich Picknickkorb. Die einen packen liebevoll ihr Weidenkörbchen mit Porzellangeschirr, Wein und Salaten voll, den anderen reicht eine Kühltasche mit Bier und Chips. Wer noch Ausstattung braucht: Bei „Doppler“ (Metzstraße 15, Eingang Sedanstraße) gibt es knallbunte Brotzeitdosen, Brettchen und Taschen. Bei „Kochgut“ (Schlossstraße 7) findet man hübsche Flaschenöffner und Kannen.

Text: kathrin-hollmer - Foto: Juri Gottschall

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