Grüße an Mama und ein Hässlichkeitswettbewerb

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Obwohl die meisten Urlaubsgrüße wahrscheinlich per Mail oder SMS in die Heimat geschickt werden, bieten Münchner Kioske eine beachtliche Auswahl an Postkarten an. Vom königlichen Schloss über die unvermeidbare „München bei Nacht“-Karte bis hin zum Fanartikel für Fußball- oder Autofreunde ist eigentlich alles dabei, was sich mit ein bisschen Fantasie mit München in Verbindung bringen lässt. Oft fallen die Motive dabei in die ästhetische Kategorie „Geschmackssache“. Wir haben uns einmal zeigen lassen, welche Karten junge München-Besucher auswählen, wem sie diese schreiben und was sie überhaupt zu berichten haben.

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Illustration: Julia Schubert


Sabrina, 28, aus Dinkelsbühl
Ich feiere heute meinen Junggesellinnenabschied mit Freundinnen in München. Die Postkarte schicke ich meinem Mann, wir haben nämlich schon standesamtlich geheiratet. Als Motiv habe ich ein Bild ausgesucht, auf dem man die Berge sieht. Weil wir oft zusammen wandern gehen, passt das ziemlich gut. Der Text auf der Karte lautet: Viele Grüße aus München! Ich weiß nicht, was heute alles passiert ist, aber ich liebe dich!



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Illustration: Julia Schubert


Denise, 20, aus Dresden
Ich war in letzter Zeit viel unterwegs und suche in jeder Stadt die hässlichste Postkarte, die ich finden kann. Die schicke ich dann an meine Freundin Ronja. Wir haben da nämlich einen Wettbewerb laufen, wer die schlimmsten Motive findet. Ich glaube, mit dieser Karte bin ich ganz gut dabei. Leider weiß ich nur nie die genaue Adresse meiner Freundin und schreibe deswegen immer nur eine ungefähre Ortsbeschreibung auf die Karten. Die Briefträger scheinen aber damit etwas anfangen zu können, bisher sind alle Postkarten angekommen.


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Illustration: Julia Schubert


Anne, 25, aus Münster
Ich habe mich für die Karte mit den Dirndln entschieden. Die werde ich meinen Nachbarn schicken – das ist nämlich eine Jungs-WG, die sich über die vielen Brüste sehr freuen wird. Ich bin für eine Woche Urlaub mit meiner Mutter und meinem Bruder in München und wir machen hier das volle Touristenprogramm. Gestern waren wir sogar schon in Neuschwanstein. Was ich auf die Karte schreiben werde, weiß ich noch gar nicht. Wahrscheinlich nur Blödsinn – und einen Witz!


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Illustration: Julia Schubert


Christina, 23, aus Oelde (NRW)
Ich bin seit gestern in München, um eine Freundin zu besuchen. Die Postkarte mit dem Herzen, die ich mir gerade unter den vielen Karten ausgesucht habe, schicke ich an meinen kleinen Neffen. Ich habe ihn sehr lieb und deshalb passt das Herz ziemlich gut. Er ist erst zehn Monate alt und das wird die erste Postkarte seines Lebens sein. Das werde ich ihm auch schreiben – vielleicht zusammen mit dem Hinweis, dass er später, wenn er groß ist, auch mal nach München kommen soll. Dann können wir eine Maß zusammen trinken.


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Illustration: Julia Schubert


Nicole, 25, aus Bielefeld
Meine Postkarte bekommt ein Kumpel von mir, damit er mal sieht, woraus ein typisch bayerisches Frühstück besteht. Dieses Frühstück werde ich nämlich morgen mit meiner Freundin, bei der ich zu Gast bin, auch einnehmen. Ihr Freund besorgt heute schon Weißwürste und Bier. Ob es mir geschmeckt hat oder nicht, werde ich auch auf die Karte schreiben. Es ist also durchaus ein Motiv, das etwas mit meinem Aufenthalt hier zu tun hat.


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Illustration: Julia Schubert


Sebastian, 17, aus Bonn
Ich bin mit meinem Vater und meiner Schwester zum Bayern-Dortmund-Spiel nach München gekommen, wir machen hier ein paar Tage Urlaub. Die Postkarte schicke ich meiner Mutter, die zuhause geblieben ist. Das Motiv gefällt mir gut, weil so ziemlich alles darauf zu sehen ist – insbesondere die Arena. Ich hoffe aber natürlich, dass wir die anderen Sehenswürdigkeiten noch zu sehen bekommen. Auf jeden Fall werde ich meiner Mutter ein paar Eindrücke vom Spiel schreiben, sie interessiert sich nämlich auch sehr für Fußball.


Text: juri-gottschall - Fotos: Juri Gottschall

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