Meine Straße (6): Hans-Mielich-Straße

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Lea, 28, Grafikerin und Studentin für Dokumentarfilm

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert


Ich wohne hier jetzt seit eineinhalb Jahren. Ich mag, dass man sich am Hans-Mielich-Platz hinsetzen und die ganze Vielfalt Giesings erleben kann, mit all den komischen Typen. Und ich mag, dass hier die Züge vorbeirauschen. Alle Viertelstunde bimmelt außerdem die Kirchturmuhr. Sie ist mittlerweile zu so etwas wie meiner äußeren inneren Uhr geworden. Die Eisdiele Verona hat gutes italienisches Eis und immer bis 22 Uhr offen. Das ist ungewöhnlich für diese Gegend. Die Pizzeria Va Pensiero (Ecke Konradinstr.) macht gutes Essen, mittags bekommt man hier für weniger als sechs Euro ein sättigendes Gericht mit Salat. Neben der alten Wäscherei steht freitags immer Markus, der Radlmacher, mit seiner mobilen Radlwerkstatt. Da kann dann jeder in der Umgebung sein Rad hinbringen und Reparaturen machen lassen. Er ist jeden Wochentag in einem anderen Münchner Viertel unterwegs, aber jeden Abend parkt er den Wagen wieder hier und wenn ich mal außer der Reihe ein Problem mit dem Rad habe, erwische ich ihn manchmal auch noch nach Feierabend. 
 
Ebenfalls Ecke Konradinstraße (allerdings die andere) gibt es eine gute türkische Bäckerei, die gleichzeitig ein Postcafé ist, da kann man also auch noch seine Briefe abgeben. Nicht direkt in meiner Straße, aber auch eine Empfehlung wert, ist der Bioladen in der Pilgersheimer Straße. Er wird von zwei sympathisch kauzigen, älteren Herren betrieben. Und einmal die Woche ist auf dem Hans-Mielich-Platz Bauernmarkt mit Gemüse aus der Region.

Text: mercedes-lauenstein - Foto: juri-gottschall

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