Schaufenster-Kritik: Rührung mit Lamellen

Schaufenster sind eine spezielle, aber meist ignorierte Kunstform. Deshalb würdigen wir regelmäßig Münchner Exemplare mit Kurzkritiken. Heute: Was Marktkaufleute und Schausteller zeigen.
juri-gottschall
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Illustration: Julia Schubert


Eines der rührendsten Schaufenster der Stadt befindet sich in der Gollierstraße, direkt oberhalb der Theresienwiese. Vor vergilbten Lamellen stehen hier in gleichmäßigen Abständen Miniaturkarussells und Bierkrüge auf kleinen, perfekt angeordneten, weißblauen Rautenservietten. Das weckt Assoziationen, denn Bier, Fahrgeschäfte und die bayerische Fahne in der Nähe der Wiesn können eigentlich kein Zufall sein. Sind sie natürlich auch nicht, denn bei diesem perfekten Beispiel für Reduktion und Schlichtheit handelt es sich um die Geschäftsräume des „Landesverbands der Marktkaufleute und Schausteller“.

Text: juri-gottschall - Foto: Juri Gottschall

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