Findest Du es unmoralisch, eine Putzfrau zu haben?

Manche WGs sind saubere als andere. Weil sie eine Putzfrau haben. Findest Du das komisch?
maria-freilich
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Illustration: Julia Schubert

An unterschiedlichen Sauberkeitsvorstellungen sind schon viele WGs zerbrochen. Ab einer Mitbewohneranzahl von zwei Personen geht es ohne Organisation nicht mehr. Manchmal reichen mündlichen Abmachungen, manchmal müssen pedantische Putzpläne her. Trotzdem hat dann irgendwer immer keine Zeit und der Dreck bleibt liegen, wo er mit der Zeit die Atmosphäre vergiftet. Eigentlich gäbe es dafür eine ganz einfache Lösung, die dazu noch für Arbeitsplätze sorgt: Eine Putzfrau kostet maximal zehn Euro in der Stunde. Danach ist auch in Ecken, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass sie gibt, staubfrei und plötzlich dringt wieder Licht durch die Fensterscheiben. Trotzdem finden es viele fast schon „anrüchig“ eine Putzfrau zu haben. Die Argumente sind eigentlich nie finanzielle – 20 oder 30 Euro im Monat kann sich fast jeder leisten. Es geht um ein diffuses Gefühl, jemand anderen seinen Dreck wegräumen zu lassen. Als Putzfraubeschäftiger fühlt man sich ein bisschen wie ein Ausbeuter, ein dekadenter noch dazu. Warum das so ist, kann man schwer erklären. Schließlich profitieren ja beide von diesem Verhältnis. Wie ist das bei Dir? Findest Du es unmoralisch, eine Putzfrau zu haben? Warum? Oder hast Du selbst eine?

Text: maria-freilich - Foto: dpa

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