"Beim Pogotanzen nicht auf die Frisur achten"

Supatopcheckerbunny und Hilfscheckerbunny erklären die Welt – wie aus einer Berliner Satire-Lesung ein Buch wurde, aus dem jetzt.de an dieser Stelle einen Auszug präsentiert
jetzt-Redaktion

Endlich profitiert nicht mehr nur Berlin von den Weisheiten der beiden Kunstfiguren „Supatopcheckerbunny“ und „Hilfscheckerbunny“: Die Werbetexter Ulrike Sterblich und Stese Wagner riefen 2004 die „Berlin Bunny Lectures“ ins Leben, in denen sie sich als Checker-Hasen witzige Gedanken zu wichtigen Themen machen; bekannt wurden auch die „Supatopcheckerbunny“-Comics, die Tex Rubinowitz und Ulrike Sterblich für die "Titanic" anfertigten. Seit heute nun liegt das gesammelte Wissen aus den Lesungen auch in Buchform vor. „Was wir uns überlegt haben zu verschiedenen Themen!“ erscheint im Fischer Taschenbuch Verlag (9,95 Euro) und der Titel verspricht nicht zu viel: Verbrechen, Mode, Tiere, Jugend, Realität und Illusion – all diese und noch weitere wichtige Themen des modernen Lebens geht das „Supatopcheckerbunny“ mithilfe von „Hilfscheckerbunny“ in sehr eigenständiger Weise an und sammelt dabei wertvolle Erkenntnisse. jetzt.de veröffentlicht einen Auszug aus den gesammelten Hasenweisheiten. Es handelt sich um eine Liste über Verhaltensregeln beim Tanz mit dem Titel „Wie zu tanzen sey“: – Wählen Sie stets die zur musikalischen Untermalung passenden Schrittfolgen, zum Beispiel: keinen Pogo zum Walzer. – Regentänze in geschlossenen Räumen sind wenig aussichtsreich und sollten daher unterbleiben. – Nur dann tanzen, wenn andere tanzen. – Aber nicht immer dann tanzen, wenn andere tanzen. An Polonaisen nur dann teilnehmen, wenn einen ganz bestimmt keiner sieht, den man kennt (etwa in Japan).

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Illustration: Julia Schubert

Gibt's auch zum Anschauen: Das Supatopcheckerbunny samt Hilfscheckerbunny, verfertigt von Tex Rubinowitz und Ulrike Sterblich. – Wichtig ist beim Tanzen eigentlich nur, dass es voll gut aussieht. Alles andere darf man dabei getrost vergessen. – Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt. Sonst dürfte man ja gar nichts mehr doof finden! Also etwa auch nicht den französischen Film! – Wer beim Tanzen hauptsächlich sein Gewicht vom einen Fuß auf den anderen verlagert, der kann das ruhig tun, aber halt nicht auf der Tanzfläche, sondern vielleicht im Klo. – Nicht um die Handtasche herumtanzen. – Auch nicht um ein Glas Weizenbier. – Nicht mit geschlossenen Augen tanzen. – Nicht in offenen Sandalen. Da helfen auch Socken nicht. – Nicht zu „It’s Raining Men“ tanzen. – Oder gar zu „I Will Survive“. – Außer man ist besoffen und fühlt sich grad ganz gut. – Beim Funky Broadway mit hohen Zappzerapp-Händen wird auf eins die Hand vom Körper weggestreckt, dabei dreht die Handfläche nach außen. Auf zwei schließt sich die nach außen gedrehte Handfläche zu einer lockeren Faust und wird dabei aus dem Handgelenk so gedreht, dass nun der Handrücken nach außen zeigt. Auf drei wird die lockere Faust zum Körper gezogen. Auf vier wird die Bewegung auch mit der anderen Hand wiederholt. – Wer immer die Tanzstile von anderen kopiert, vergisst, dass er ein einzigartiges Individuum ist. – Nicht mitsingen, zumindest nicht bei „Sunday Bloody Sunday“. – Nicht mit dem Tanzen aufhören, nur weil man vielleicht mal ein Glas Wasser über den Kopf geschüttet kriegt. – Oder ein Glas Bier. – Nicht barfuß tanzen. – Nicht mitschnipsen. – Beim Pogotanzen nicht auf die Frisur achten. – Und sich hinterher nicht über rempelnde Rüpel beklagen. – Gleichgewicht halten ist meist von Vorteil, aber auch nicht unbedingt erforderlich. – Wenn man auf der Tanzfläche hinfällt, soll man sich erst mal zügig und direkt ein neues Bier holen gehen. – Wenn man in der Volkshochschule einen Bauchtanz- oder Flamenco-Kurs gemacht hat, sollte man sich das nicht anmerken lassen.


– Wer’s mit dem Ischias hat, muss bei klassischen Hebefiguren ein bisschen vorsichtig sein. – Wenn man schon Formationstanz macht, dann empfiehlt sich dabei ein unbeteiligtes Gesicht. – Zu Sommerhits tanzt man nur in der korrekten Schrittkombination. – Mit dem Arsch wackeln darf nur, wer mit ihm wackeln kann. – Wer in den Achtzigern Dirty Dancing gesehen hat, sollte heute darüber hinweg sein. – Vor dem Spiegel üben bringt auch nichts. – Beim Schuhwerk ist nicht auf Funktionalität zu achten, sondern auf gutes Aussehen. – Wird dem König, der stets die Hauptrichtung des Tanzes vorgibt, das Menuett zu gleichförmig, kann er nach einem neuen Mouvement oder nach einer danse à deux verlangen. – Wer zetert, weil ihm einer auf den Fuß getreten ist, ist doof. – Auf der Tanzfläche darf man trinken, aber nichts mit einem Schirmchen darin. – Wer sich ravend zur Bar oder zum Klo bewegt, soll sterben. – Was bei MTV gut aussieht, sieht nur bei MTV gut aus. – Der Moonwalk ist passé. – Außer man ist besoffen und fühlt sich grad ganz gut. – Schweißfleckenbildung zeugt von ehrlichem Engagement. – Wer normalerweise total bescheuert tanzt, wird auch auf Drogen total bescheuert tanzen. – Im Kreis tanzen darf man nur im Kindergarten. – Wenn man eine Brille trägt, dann kann die kaputtgehen. – Wer die neuesten Moves nicht checkt, kann auf ältere zurückgreifen. – Der akademische Grad hilft beim Tanzen auch nicht weiter. – Aber gute Laune haben, das hilft weiter!

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