Das kann bleiben

Eine Liste mit 25 Dingen und Entwicklungen, die dieses Jahr überdauern sollten
jetzt-Redaktion

1. Kartoffeldruck & Stricken Selbermachen muss ja nicht gleich der neue Trend sein. Es reicht schon, dass alle langsam kapieren, wie gut das eigene Stricken, Basteln, Gärtnern und Schreinern in unseren Endzeit-Individualismus passt. Und warm macht es auch. 2. Fußballüberraschungen Bald ist es Weihnachten und Mainz und Dortmund haben immer noch keine Lust, die Tabellenspitze in der ersten Liga freizugeben. Eine wunderbar unerwartete Saison. 3. Brillen mit Holzrahmen 4. Das Rauchverbot Wer hätte es gedacht, aber seit so gut wie nirgends mehr geraucht werden darf, schwindet erstens die Lust am Rauchen und wächst zweitens die Freude an der klaren Luft. Letzteres fällt einem vor allem auf, wenn man zufällig mal wieder in einer Raucher-WG zu Gast ist. 5. Twitter statt Fernsehen Wenn witzige Twitterer aus der ganzen Welt aktuelle Ereignisse wie etwa die Schweden-Hochzeit mit trockenen Kommentaren oder eleganten Wortspielereien versehen, ist das besser, schneller und amüsanter als jede Comedy. 6. Nagellack, der endlich wieder in allen Farben tragbar ist Nachdem der Nagellack eine Zeitlang ganz aus dem großen Trendregister verschwunden war, kam erst die Farbe Rot wieder, dann Schwarz, später Pastelltöne und schließlich die gesamte Farbpalette. Darüber, ob das wirklich schön ist, lässt sich streiten – aber Spaß macht die neue Farbenfröhlichkeit allemal. 7. Abgedrehte Till-Eulenspiegel-Typen wie Rafael Horzon oder Helene Hegemann 8. Die Grünen bei 30 Prozent 9. Die Aschewolkenauszeit Schon klar, viele Geschäftsleute und auch sonst ganz viele wichtig Reisende hat die Aschewolke, die der Vulkan mit dem seltsamen Namen auf Island erzeugt hat am Nerv getroffen. (Da gab es Mietwagen, die plötzlich 800 Euro statt 140 Euro kosteten.) Aber es gibt auch ganz viele, die in jenen Tagen, an denen die Flughäfen Europas ihre Startbahnen geschlossen haben auf die Bremse treten mussten – und froh darüber waren. Wir können auch langsamer.

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Illustration: Julia Schubert

10. Kombiläden In den deutschen Innenstädten eröffnen immer mehr Kombinations-Läden, die Blumen plus Kaffee oder Literatur plus Wäschewaschen anbieten. Da kommen wir gerne hin. 11. Die neue Protestkultur S21-Protest, Castor-Blockade, Anti-Atomkraft-Lichterketten: Wir erwachen aus unserem egoistischen Winterschlaf und engagieren uns wieder für unsere Interessen. Es tut gut, eine politische Haltung zu haben. Dass wir dabei neben unseren Eltern im Wasserwerferstrahl stehen, macht auch beinahe nichts. 12. Die Street-Art-Begeisterung Urban Art-Messen wie die Stroke, der Banksy-Film „Exit Through The Gift Shop“ oder Street-Art-Kooperationen mit Modelabels dürfen bleiben. Die Künstler, die vor zehn Jahren bei Nacht und Nebel Züge besprüht haben, müssen heute schließlich Familien ernähren. Warum sollen sie dann nicht auch für ihre Kunst Geld verlangen? 13. Papa Neulich zog ein Fachmann ein erstes Fazit zur Elternzeit. Er sagte sinngemäß: Die Zeiten, in denen man ein Exot war, wenn man als Vater beim Kind blieb, sind endgültig vorbei. Da kann man nur noch sagen: Gut so. 14. Die Mad-Men-Euphorie Es gab tatsächlich Zeiten, in denen Menschen im Aufzug rauchten und mittags im Büro Scotch tranken. Das ist gar nicht so lange her, wie wir von den Mad Men gelernt haben. Und immerhin die Anzüge und Don Drapers Manieren würden wir ganz gerne auch heute wieder öfter sehen. Don Draper natürlich auch. 15. Maroons Wir mögen ja jede Art von Kuchen – vor allem aber diese kleinen, pralinenartigen Kekse. 16. Zach Galifianakis Der Vollbartträger ist in Amerika als Comedian und Schauspieler bekannt. Er war 2010 ganz oben und kann da von uns aus auch bleiben – wenn er weiter Joints in Talkshows anzündet und damit Amerika schockiert. 17. ZDF Neo Der kleine Sender ist eine der sehr wenigen öffentlich-rechtlichen Abteilungen, bei der man das Gefühl hat, sie hätte etwas verstanden. Etwas, das sich mit Worten gar nicht so einfach benennen lässt. 18. Tumblr-Bilder- und .gif-Blogs Blogs müssen nicht immer ellenlange Texte beinhalten. Vielleicht ist das eine Erkenntnis aus diesem Jahr. Schöne Bilder tun es nämlich auch, vor allem, wenn sie, wie zum Beispiel auf http://juliasegal.tumblr.com, sehr gute Laune machen. 19. Gutes Sitzen Siehe Konstantin Grcic für Muji. 20. Die bessere Lesung Die Idee, dass Bücher nicht mehr von den Autoren vorgelesen werden, sondern von einem professionellen Leser – während der Autor daneben sitzt und bedeutungsvoll schweigt. Siehe Rafael Horzon. 21. Das Schamhaar Erholt sich wieder ein wenig vom radikalen Kahlschlag der letzten Jahre. Gut so. 22. Der Opdenhövel Hat sich zum Haus-und-Hof-Moderator von Stefan Raab hochgeplaudert und erfüllt seine Rolle als „Der moderiert alles weg was ihm vor die Nase kommt“-Figur mit Bravour und lange nicht so gelangweilt wie Jörg Pilawa. 23. Hi! sagen Das alte Jugendwort „Hi!“darf sich ruhig mal wieder ein bisschen als Begrüßung breitmachen. Es ist dazu auf jeden Fall besser geeignet als das notorische „Na?“ und das anstrengende „Und?“ 24. Der Vettel und der Ude Bbbrummmm bzw. Ozapft bleibt’s! 25. Das Bergwandern Angeblich schon wieder der neue Trendsport. Aber das ist uns egal und den Bergen auch.

Text: jetzt-Redaktion - Illustration: Katharina Bitzl

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