Das kann gehen

25 Dinge und Entwicklungen, die gerne verschwinden können
jetzt-Redaktion

1. Digitale Weltherrschaft Google, Facebook und Apple streiten mit wöchentlichen Updates um die Weltherrschaft. Sollen sie. Aber sie sollen damit bitte in die Wirtschaftsressorts verschwinden und aufhören uns zu duzen! 2. Die Worte Wanderhure, Axolotl, Integrationsdebatte und Bunga-Bunga 3. Apropos: Silvio Berlusconi 4. Statuszeilenlangweiler Wer auf Facebook „den Sommer“ oder „heiße Schokolade“ mag, muss das nicht mitteilen. Sich selber nicht und uns erst recht nicht. 5. Teilzeitblogger Menschen, die Blogs haben und nur unregelmäßig neues posten und dann immer ellenlang darüber bloggen, warum sie so lange nicht mehr zum Bloggen gekommen sind. Mittlerweile gibt es schon wieder Blogs, die nur solche Einträge sammeln – waaaaaaaah! 6. Die Mad-Men-Hysterie Wer die Serie ein weiteres Mal als Beleg für irgendeine hirnrissige Feuilleton-Theorie verwendet, der disqualifiziert sich hiermit für immer. 7. Erlebnisaufsätze im Bücherregal Wird aus jeder minimalen Irritation jetzt ein Buch? Dann können wir die Bestseller des nächsten Jahres schon voraus sagen: „Mein Jahr ohne Rollstuhl“ – „Mit dem Kühlschrank um die Welt“ – „Zwei Tage online“ – „Barfuss zum Papst“ – „Zwei Jakobs auf dem Weg“. 8. Guerilla Gardener Die nervige Schnittmenge aus Vegetarier, Romantiker und „Landlust“-Leser soll jetzt mal das unverbindliche Samenstreuen aufhören und die Gartenbewirtschaftung anfangen. Ist gar nicht so schwer, sich ein Stückchen Land für den eigenen Anbau zu besorgen. Und, versprochen: Die Ergebnisse sind um einiges zufriedenstellender. 9. Shatter Shades Brillen, die gar keine sind, braucht kein Mensch. 10. Facebook-Aktionstage Ein Kettenbrief genügt und alle tauschen ihr Profilbild mit einer Comicfigur. So geschehen im November auf Facebook. Ein Beweis dafür, dass wir immer noch und immer gerne jeden Quatsch mitmachen, nur um Teil einer Bewegung zu sein. Wirklich jeden Quatsch. 11. Google-Street-View-Paranoia Alles verpixeln lassen, obwohl man ein Leben führt, das niemanden interessiert? 12. Shade Shade ist der im vergangenen Jahr verbotene Nachfolger der Kräutermischungsdroge „Spice“ – eine Art Pseudo-Marihuana. Vor kurzem wurden wieder drei Jugendliche mit Herzkreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht, nachdem sie „Shade“ geraucht hatten. 13. Durchgehende Plateausohlen Trotz anfänglichem Reiz hat man sie mittlerweile leider zu oft gesehen und dabei erkannt: Es hat einen Grund, dass die Neunziger eigentlich doch keiner vermisst – in Sachen Geschmacklosigkeit waren sie unübertroffen.

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Illustration: Julia Schubert

14. Street Art in Stencilform Zu oft gesehen und zu oft kopiert. Mittlerweile gibt es viel schönere und weitaus spannendere Methoden der Straßenkunst. An dieser Stelle sei nur mal auf das Guerilla Knitting oder die bunten Legosteine in Mauerlöchern verwiesen. 15. Eisschnellläuferinnen, Rennradfahrer und Raab im Wok 16. Gedruckte Blogs Diese Re-Publikationen versteht und interessiert in Wahrheit keine Sau. Nichts ist so alt wie der Blogeintrag von gestern! Was im Netz geboren ist und dort nach wie vor am besten funktioniert, wirkt in Printform leider nur unnötig aufgeblasen und oberflächlich. Oder sollen wir vielleicht sagen: Peinlich? 17. American Apparel Nach und nach schließen die vielen Filialen, die erst vor ein paar Jahren mit großem Getöse eröffnet wurden. Das ist gut so, denn das einst so saubere Image ist längst verloren gegangen – und auf die mangelhafte Ware mit absurden Farben, die dann noch übrig bleibt, verzichten wir ganz gerne. 18. Kachelmann-Berichterstattung Haben wir wirklich das Recht darauf, alles aus dem Leben eines Wetteransagers zu erfahren? Also wirklich: Alles? 19. Lena Meyer-Landrut Wir sagen Dankeschön und auf Wiedersehen. Frau Meyer-Landrut hatte zurecht einen schönen Sommer und wir mit ihr auch. Aber die schöne Liedersendung, die Stefan Raab gemeinsam mit der ARD auf die Beine gestellt hat, lebt doch davon, dass jedes Jahr neue Musikanten vorspielen dürfen. Deshalb raten wir LMR dringend davon ab, im nächsten Jahr beim Eurovision Song Contest ihren Titel „verteidigen“ zu wollen. 20. Die Tschüss-Politiker Eine Hand reicht gerade noch, um die zurückgetretenen Politiker dieses Jahres zu zählen: Horst Köhler war mal Bundespräsident, Roland Koch war mal hessischer Ministerpräsident, Ole von Beust war mal Erster Bürgermeister von Hamburg, . . . Vor allem dem ehemaligen Bundespräsidenten hätten wir ehrlich gesagt mehr Standvermögen zugetraut. Kann man das nicht trainieren? 21. Fernsehpreise Bei der Bambi-Verleihung in diesem Jahr gab es die Kategorien „Integrationsbambi“ und „Milenniumsbambi“. Das kommt dann vermutlich im nächsten Jahr: „Kastenbrot-Bambi“, „Beim Tatort mal doll in den Finger geschnitten-Bambi“ und der begehrte „Helmut-Kohl-Bambi“. 22. Fernsehgreise Dieter Kronzucker, Ulrich Meyer, Frank Elstner, Reiner Calmund, Johann Lafer und Christine Neubauer 23. Flausch am Sonntag 24. Herr Bush Es ist ja immer dasselbe mit Memoiren: Erst verschwinden die Memoirenschreiber aus dem öffentlichen Gedächtnis und dann, rumms, sind sie wieder da. Muss das? 25. Dynamische Hallensportschuhe & Steffen Seibert Sie sind abriebfest und halten allen Temperaturen der Welt stand. Und ziemlich gemütlich sind sie obendrein. Doch trotzdem sind spacige Sportschuhe leider eine Geschmacksverirrung, deren ästhetischer Wert weit unter Null liegt. Runter damit. Und unser ehemaliger Lieblings-Nachrichtenbeau Steffen Seibert wirkt als Regierungssprecher jetzt plötzlich wie ein Mensch gewordener Hallensportschuh: Unangenehm auffällig, ohne dabei eine eigene Spur zu hinterlassen. Schade!

Text: jetzt-Redaktion - Illustration: Katharina Bitzl

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