"Du da, du hast ne Kamera!"

Richard erzählt jetzt selbst, wie er zufällig zum Regisseur eines Tomte-Videos wurde
jetzt-Redaktion

Vor einer Woche auf dem "Grand Hotel Van Cleef Festival" in Mannheim: Tomte-Sänger Thees Uhlmann kündigt auf der Bühne an, den Song "Der letzte große Wal" vom neuen Album (VÖ: Oktober 2008) zu spielen. Er widmet es Monta (also dem Münchner Singer/Songwriter Tobias Kuhn). Dann zeigt er auf einen Typ im Publikum, der gerade zufällig seine Digitalkamera hoch hält und brüllt: "Du bist mein Homie, du da mit der Baseballmütze. Du bist mein Homie. Du hast ne Kamera. Schick Monta den Film! Und wenn du das machst, dann werden wir, du auf meinen Schultern, durch dein Heimatdorf reiten und ich werde deinen Namen schreien." Der Typ mit der Kamera heißt Richard und tatsächlich stellt er das Video vom Konzert ein paar Tage später ins Netz. Für jetzt.de schreibt er seine Version der Geschichte: "Anfangs war ich eigentlich nur perplex, dass er mich direkt angesprochen hat, nachdem ich meine Kamera gezückt hatte. Nach dem ersten Moment der Verwunderung fühlte ich mich vor allem geehrt, dass ich das Glück hatte, von Thees aus der Masse rausgepickt zu werden! Doch es war allgemein so, dass viele Künstler auf diesem Festival stark mit dem Publikum in Verbindung traten, und "greifbarer" rüberkamen. Was mich vor allem aus der Ruhe gebracht hatte, war der Gedanke, wie viele Leute mich wohl gerade anschauen. Monta scheint wohl ein guter Freund von Tomte zu sein. Vielleicht hat er ja der Band bei diesem Lied geholfen. Ich denke, Thees hat mich ganz simpel deshalb ausgewählt, weil ich meine Kamera schnell zur Hand hatte und, wie man am Video sehen kann, ziemlich mittig und relativ weit vorne stand. Ich glaube übrigens nicht, dass er Baseballmützenträger besonders mag.

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Illustration: Julia Schubert

Screenshots aus dem Video. Direkten Kontakt hatte ich zu Thees nicht, leider meldet sich auch Monta nicht auf meine Mail, ich habe ihm ja den Link zum Video geschickt. Gerne wüsste ich, ob er das Video bekommen hat. Ich glaube nicht, dass das ein PR-Gag war, mir kam das alles stark improvisiert vor - zu absurd erscheint mir das Bild, wie er mich auf den Schultern durch mein Heimatdorf trägt und meinen Namen schreit. Ich glaube auch nicht wirklich, dass er das wahr macht. Zudem ist mein Heimatdorf gar nicht in Rheinland-Pfalz, wo ich wohne, arbeite und studiere, sondern in Norddeutschland, in einer ruhigen Kleinstadt mit dem Namen Syke, 20 Kilometer südlich von Bremen. Ob er sich wirklich dahin verirrt, ist fraglich, aber vielleicht schaut er mal während der Deutschlandtour vorbei. Über Tomte sage ich immer: beste deutschsprachige Band. Zum Fest van Cleef bin ich vor allem wegen Tomte gegangen. Ich habe sie zum ersten Mal 2006 auf dem "Hurricane" gesehen und war da schon begeistert. Manche Texte von ihnen sprechen mir wirklich aus der Seele. Es gibt aber sicherlich noch viel größere Fans, die es mehr verdient hätten, von Thees rumgetragen zu werden und die es sich vielleicht auch schonmal gewünscht haben. Ich hätte mich jedenfalls gefreut, nach dem Auftritt oder irgendwann anders mich mit ihm zu unterhalten. Dass jetzt daraus eine große PR-Sache wird, hoffe und denke ich nicht, weil ich zum einen zu viel zu tun habe und es mir zum anderen eigentlich schon genügt, sagen zu können, dass ich sein "Homie" bin. Über Freikarten für das Bremen-Konzert für mich und meine Freundin würde ich mich aber auch nicht beschweren.

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