Eine Million für eine gute Idee

Alex Tew hat mit einem simplen Einfall richtig Geld verdient
roland-schulz

Am Mittwoch um kurz vor sieben am Abend wird Alex Tew sein Ziel erreicht haben. Im vergangenen September hatte der 21-Jährige die Idee, eine Million Pixel seiner Homepage milliondollarpage.com zu verkaufen. Er verbreitete den Einfall in Weblogs und erzeugte weltweit Aufmerksamkeit mit der Idee. Für 100 Dollar konnte man eine zehn mal zehn Pixel große Fläche kaufen, nach eigenen Wünschen gestalten und verlinken. Ein Pixel brachte Alex also mindestens einen Dollar. Die letzten 1000 Pixel seiner Webseite versteigert Alex jetzt bei ebay. Um 18.42 Uhr endet diese Versteigerung und Alex, der nur Geld für sein Studium verdienen wollte, wird ein reicher Mann sein. Sag mal, warst du betrunken, als du auf die Idee gekommen bist? Haha, kein bisschen. Ich saß spät nachts an meinem Notebook und habe darüber nachgedacht, wie ich an Geld für die Uni kommen könnte. Meine Kontoauszüge sahen wirklich nicht sehr gut aus. Es musste also dringend etwas getan werden. Wie setzt sich deine Pixel-Kundschaft zusammen? Meist sind es Unternehmen, die das Pixelpaket bestellen. Einige Privatpersonen kaufen auch Pixel, nur zum Spaß, oder um Leute auf ihre Seite zu locken, das gekaufte Pixel-Feld kann schließlich auch als Link genutzt werden. Da meine Seite für mindestens fünf Jahre online sein wird, haben sie schon mal eine feste Werbefläche. Eine Firma, die neulich bei mir einen zehn mal zehn Pixel großen Block für 100 Dollar gekauft hat, hatte danach 12 000 Hits auf ihre Seite, und das in neun Tagen. Eine so effektive Werbung kostet im Normalfall mehr als hundert Dollar, vor allem, wenn man den Vertrag für fünf Jahre abschließt. Gibt es Leute, die dich um deinen entspannten Nebenjob als Pixelverkäufer beneiden? Manche sind neidisch auf die Idee. Ein Typ hat es einmal so zusammengefasst: "Zuerst hat mich deine Website zum Lachen gebracht. Jetzt macht sie mich neidisch." Aber er meinte es scherzhaft, denke ich. Bei den meisten Menschen überwog dann doch die Unterstützung über den Neid. Hast du nicht manchmal Schuldgefühle, wenn du an der Bar rumhängst, deine Website für dich Geld verdient, und du einem anderen Studenten dabei zuschaust, wie er die ganze Nacht kellnern muss? Toll fühlt es sich nicht an, andere hart arbeiten zu sehen. Allerdings denke ich, dass das Geld, das ich verdiene, der Lohn ist für eine originelle, kreative Idee. Das ist es, was ich an Ideen so liebe: Wenn sie gut sind, kann die Belohnung dafür riesig werden, nach oben gibt es keine Grenzen. Die Welt ist doch voll von Möglichkeiten, die darauf warten, von jemandem gedacht zu werden. Studenten sollten allesamt kreativer werden! Interview: katharina-lerch.jetzt.de

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