Fahrräder der Freiheit: Zwei Münchnerinnen verleihen Räder - kostenlos

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Ihr stellt kostenlos Fahrräder zur Verfügung. Warum? Delphine: Die Fachhochschule hat im Sommersemester ein Projekt im Fachbereich Architektur zum Thema Klimaschutz und Klimawandel angeboten. Die Idee mit dem Fahrrad kam uns, weil wir das auch immer wieder erlebt haben, dass man abends nach Hause will und die letzte U-Bahn schon weg ist. Taxi fahren ist zu teuer, deswegen wäre in solchen Momenten ein Fahrrad praktisch, das nichts kostet und zur freien Verfügung steht. Außerdem sind Fahrräder umweltfreundlich. Doktor Baier, unser Professor an der Fachhochschule, fand die Idee super. Wir haben uns den Namen überlegt, Fahrrad der Freiheit, und die Farbe für die Räder ausgewählt. Das Rot fanden wir gut, weil es eine Signalfarbe ist. Als Komplementärfarbe dazu haben wir Grün fürs Logo genommen.

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Illustration: Julia Schubert

Glaubt ihr nicht, dass die Fahrräder bald geklaut werden? Delphine: Mein Fahrrad wurde aus dem Hinterhof geklaut, obwohl es sogar abgesperrt war . . . Ich hoffe einfach, dass die Räder nicht geklaut werden. Ein Problem könnte sein, dass jemand nach Grünwald rausfährt und das Rad dort abstellt. Da fährt wahrscheinlich keiner so schnell wieder zurück in die Stadt. Katrin: Aber wir hoffen darauf, dass die Leute mithelfen und auch zum Beispiel auf der Website das Logbuch mit Routen und Geschichten zum Rad führen. Das Projekt war erst nur Bestandteil eures Studiums. Warum habt ihr weitergemacht? Delphine: Während wir den Prototyp für das Uni-Projekt gemacht haben, haben viele Leute gesagt: Macht das doch wirklich. Wir haben sehr viel Unterstützung bekommen von Freunden, die uns die Homepage oder die Aufkleber mit dem Namen gemacht haben. Wir wollten es einfach ausprobieren, ob es klappt, wenn wir die Räder tatsächlich in München aufstellen. Woher kommen die Fahrräder? Katrin: Die Abendzeitung hat über uns berichtet und dazu aufgerufen, Räder zu spenden. Wir mussten zwar viele aussortieren, weil sie zu kaputt waren, aber einige haben wir behalten. Es gibt ganz unterschiedliche Modelle, große, kleine, Mountainbikes, Hollandräder… Bei manchen tat es schon fast weh, sie anzumalen, weil sie eigentlich im ursprünglichen Zustand so toll aussahen. Wie lange habt ihr gebraucht, bis alle Räder fertig waren? Katrin: Wir haben die Räder in unsere Arbeitsräume in Schwabing gebracht, geputzt und auseinandergebaut. Dann haben wir sie angesprüht und wieder zusammengebaut, wir sind jetzt also absolute Fahrrad-Technik-Profis. Fünf Räder haben wir pro Tag geschafft. Mehr ging nicht wegen der Dämpfe und Gerüche beim Ansprühen. Wie geht es weiter mit dem Fahrrad der Freiheit? Katrin: Wir starten die ganze Aktion am Samstag ab 11 Uhr auf dem Marienplatz. Und wenn die Fahrräder nicht geklaut werden, wollen wir sie im Oktober oder November einsammeln und überwintern lassen. Und dann geht’s im Frühjahr wieder los.

Text: nina-heinrich - Foto: Gabriel Holzner

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