Interview: Benedikt Feiten über Jazz, das Schreiben und sein Buch

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Anfang Mai hatte jetzt.de gemeinsam mit dem Marktführer der digitalen Buchproduktion „Books on Demand“ einen Wettbewerb gestartet: Beim Buchmacher-Wettbewerb suchten wir den besten Autoren, um ihm gemeinsam mit BoD zum ersten eigenen Buch zu verhelfen. Zahlreiche Autorinnen und Autoren aus dem jetzt.de-Kosmos schickten ihre Texte ein. Die gemeinsame Jury aus Redaktion und BoD hat sich entschieden: Benedikt Feiten (25) aus Neubiberg hat mit seinem Expose „35 Schritte“ den Buchmacher-Wettbewerb von jetzt.de und BoD 2007 gewonnen. Benedikt studiert in München amerikanische Literatur, spielt Cello und seit einiger Zeit auch Trompete in der Jazz-Band „A Bit Of Jazz“. jetzt.de: Dein Roman „35 Schritte“ hat ein sehr schnelles Tempo, es gibt ständig Szenenwechsel, du springst in der Zeit, die Dialoge sind fetzenhaft. Warum dieser Stil? Benedikt: Ich habe mich für diese Art zu schreiben entschieden, weil es mir einfach leichter gefallen ist. Dieses in der Gegenwart schreiben, das Kurze und Szenenartige liegt mir. Bei dem konventionellen literarischen Stil – also dritte Person, in der Vergangenheit und so weiter – muss man, glaube ich, richtig gut sein, um damit heute noch einigermaßen rüber zu kommen und seine Leser zu fesseln. Und so gut bin ich, glaube ich, nicht. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass diese schnelle Art, einen Text aufzubauen, relativ anstrengend zu lesen ist, deshalb habe ich versucht, das Buch auch nicht zu lange werden zu lassen. jetzt.de: Wann hast du mit dem Schreiben angefangen? Benedikt: Ich schreibe, seit ich 15 Jahre alt bin. Allerdings habe ich bisher immer ohne Konzept und nur für mich geschrieben. Der Roman war das einzige umfangreichere Projekt, an dem ich bisher gearbeitet habe. Dafür habe ich ungefähr eineinhalb Jahre gebraucht und musste anhand eines Konzepts schreiben. Das war aber auch nötig. Ich habe für einen Wettbewerb der Stadt München damals nur neun Seiten eingereicht. Ich hatte auch keine Ahnung, was in so einem Konzept stehen muss. Fast hätten die Juroren sich damals auch deshalb nicht für mich entschieden, weil meine Bewerbung so kümmerlich war. Als ich den Leonhard-und Ida-Wolf-Gedächtnispreis der Stadt München dann doch gewonnen hatte, musste ich anfangen, wirklich zu arbeiten. jetzt.de: Hast du literarische Vorbilder für deine Arbeit? Benedikt: Ich mochte das Debüt von Bret Easton Ellis „Unter Null“ sehr und genauso das von Nick McDonald. Die haben beide auch diesen sprunghaften Stil drauf, wie mein „35 Schritte“. Wer weiß, vielleicht ist das ja ein typisches Phänomen bei Erstlingswerken. jetzt.de: Neben dem Studium und dem Schreiben machst du auch Musik. Benedikt: Ich spiele Cello und Trompete. Mit Trompete habe ich erst angefangen, als ich 19 war, also eigentlich viel zu spät. Ich spiele seit einiger Zeit in einer Jazz-Band namens „A Bit Of Jazz“. Wir sind aber keine Profis, sondern eher eine Hochzeitsband. Keiner von uns hat Musik studiert, aber als Hobby-Band sind wir ganz gut. Mein Lieblinsgtrompeter ist Lee Morgan – einer der besten Hardbopper. jetzt.de: Wie geht es weiter mit dem Buch? Benedikt: Ich hab mit meinem Kontaktmann von Books on Demand gesprochen, aber was genau gerade passiert, weiß ich auch nicht so recht. Momentan ist mein Buch im Lektorat und ich musste mich mit der Lektorin auf bestimmte Schreibweisen einigen, weil der Text ja auch teilweise stark mundartlich geschrieben ist. jetzt.de: Ist das schwierig, sich in solchen Fragen zu einigen? Benedikt: Nein, gar nicht. Wir haben uns in diesem Fall jetzt darauf verständigt, dass alles, was in Mundart geschrieben ist, ohne Apostrophe gedruckt wird und nur dann welche reinkommen, wenn wirklich ein Buchstabe fehlt. Der Bruder meiner Freundin ist Grafiker und der beschäftigt sich gerade schon mit dem Buchcover. Ich finde es eigentlich super, dass ich dabei so viel selbst entscheiden kann.

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