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New Vollkorn Economy: Wie drei Passauer mit Müsli das Web aufmischen

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jetzt.de: Was ist die Idee von mymuesli? Max Wittrock: Du gehst auf unsere Seite, rufst dort den Müsli-Mixer auf und wählst dir eine Basis aus. Dann ergänzt du Zutaten und den fertigen Mix schicken wir dir dann nach Hause. Du sitzt jetzt also in deiner Wohnung zwischen Nüssen und Körnern? Nicht ganz, das wäre mit dem deutschen Lebensmittelrecht ja auch nicht vereinbar. Deshalb haben wir hier Produktionsräume angemietet, da steht eine Waage und da füllen wir das Müsli ab. Das heißt, nach dem Gespräch gehst du zurück zum Müsli mixen? Wir sind zu dritt und teilen uns das auf. Jetzt gerade mixt der Philipp. Ihr macht das seit etwa zwei Wochen. Nervt dich das Müsli schon? Überhaupt nicht. Es gibt so wahnsinnig viele unterschiedliche Variationsmöglichkeiten, dass es sicher eine Weile dauert, bis mir das Müsli langweilig wird. Welche Mischung geht denn am besten? Die Zutaten verkaufen sich alle etwa gleich. Wobei die Exoten wie Gummibärchen oder Macadamia-Nüsse schon am besten gehen. Wie kommt man auf die Idee, Gummibärchen ins Müsli zu mixen und das auch noch im Internet anzubieten? Wir waren zu dritt auf dem Weg zum Badesee, als wir im Radio eine wahnsinnig schlimme Müsliwerbung gehört haben. Aus Wut über diese Werbung haben wir gesagt: Das können wir besser. Kurz danach kam die Idee: Warum machen wir nicht direkt ein besseres Müsli? Eines, das man sich selber mischen kann. Genau. Ein Müsli, das anders ist als alles, was es bisher gibt.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Kernige Typen: Die drei von der Müsli-Tanke Wenn man vor einem Müsli-Regal im Supermarkt steht, hat man das Gefühl, dass es eher zu viel Auswahl gibt. Führt mymuesli nicht zu einer Überforderung? Das glaube ich nicht. Da kann man erstmal all die Anbieter wegstreichen, die keine Bio-Zutaten verwenden. Und dann kann man all die wegstreichen, die identische Mischungen anbieten. Da steht dann immer "40 Prozent Fruchtanteil" drauf, aber meist sind das vor allem Rosinen. Wenn man jetzt aber gerne Mango möchte, findet man das im Supermarkt nicht. Wie wird euer Angebot denn bisher angenommen? Es ist in jedem Fall so, dass wir genug zu tun haben und jeden Tag Müsli mixen. Ihr baut auch an der Website und müsst euch um die Organisation kümmern. Irgendwie muss man das ja finanzieren. Man muss kein Millionär sein, um eine Müslifirma zu gründen. Wir haben aber das Privileg, dass wir alle gerade mit dem Studium fertig geworden sind, keine Hypotheken oder so abzahlen müssen und wie Studenten leben. Deshalb haben wir auch wenig Ausgaben. Und wie verdient Ihr am Müslimixen? Um mit unserem Modell reich zu werden, muss man eine ganze Menge Müsli verkaufen. Aber es ist schon so, dass wir die Zutaten in so großen Mengen kaufen, dass wir da etwas verdienen. Allerdings muss man auch sagen, dass wir unsere Arbeitszeit nicht einrechnen. Würden wir das tun, würde das nicht ganz aufgehen. Trotzdem geltet Ihr als Vorzeigebeispiel für das neue Internet. Wie kommt's? Ich glaube, die Leute können diese typischen Web 2.0-Anwendungen nicht mehr sehen. Und bei uns geht es um ein Produkt, das man anfassen kann. Das ist das profanste aller Geschäftsmodelle, übertragen auf diese Web 2.0-Welt. Was kommt als nächstes? Brotmischungen? Wir haben viele Ideen für mymuesli, es wird bald Geschenkgutscheine geben und mehr Zutaten. Die anderen Ideen kann man noch nicht verraten.

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