Orte für die Nicht-Genug-Krieger: die Münchner Nachtlokale

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Es gibt Orte in dieser Stadt, die man nur nachts betritt. Der „Nicht-Genug-Krieger“ geht dort gerne noch hin. Spätabends, wenn die Freunde schon lange nach Hause gegangen sind, zieht der Nicht-Genug-Krieger weiter. Rastlos. Auf der Suche nach noch einem Getränk, mitten in der Nacht. Der Nicht-Genug-Krieger sitzt dann dort an einer Bar vor seinem 15. Bier und bespricht mit gealterten Möchtegern-Bohemiens, besoffenen Schauspielern und Kneipenphilosophen die grundlegenden Probleme des Planeten. Seine Ohren werden mit schlechten Schlagern beschallt, aber in seinem Zustand findet der Nicht-Genug-Krieger das wunderbar. Kurz bevor die Vision von Ewigkeit real zu werden beginnt, blendet plötzlich das Licht des neuen Tages. Ein Überblick über Münchens Nachtlokale (Illustration: Gabriel Holzner) Fischerstüberl

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Illustration: Julia Schubert

Im Fischerstüberl landet man entweder nach der Wiesn oder nach dem Substanz. Zur Wiesnzeit kann es sogar richtig voll werden. Das Fischerstüberl ist bekannt für seine Muscheln und für das Schild am Eingang, das „Heute frische Muscheln“ verspricht. Seit Jahren kommt täglich ein Spaßvogel vorbei und ersetzt die letzten drei Buchstaben mit einem „i“. Öffnungszeiten: 19 Uhr bis 7 Uhr Gibt es seit: 1949 Bierpreis: 0,4 Liter 3,10 Euro Beliebtestes Essen: In der Saison Muscheln, sonst Spareribs Musik: Schlager und Oldies – oft live Wen kann man hier treffen? Wolfgang Viereck und Marianne Sägebrecht sind bereits gesehen worden


Lamms

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Illustration: Julia Schubert

Das Lamms (Sendlinger Torplatz 11) ist der Platzhirsch unter den Nachtlokalen. Das liegt an der prominenten Lage, direkt am Sendlinger Tor und an den Öffnungszeiten. Im Lamms landet man nach der Favoritbar (Damenstiftstr. 12) oder nach dem Cafe Cord (Sonnenstraße). Meist isst man eine ziemlich teure Curry-Wurst. Sehr lohnend ist übrigens auch der Besuch auf der Website des Lamms (lamms.de) hier gibt es eine Menge wilder Animationen. Öffnungszeiten: 24 Stunden Gibt es seit: 1988 Bierpreis: Ab 0:30 Uhr kostet das Bier 3,70 Euro Beliebtestes Essen: Spareribs Musik: Radio, Oldies Wen kann man hier treffen? Franz Beckenbauer war angeblich schon da.


Landhaus

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Illustration: Julia Schubert

Im Landhaus (Marienstr.) steht ein Baum, den man auf dem Kopf gestellt hat. Das sorgt für eine ländliche Atmosphäre – und rechtfertigt den Namen. Gäste aus dem Atomic Cafe um die Ecke (Neuturmstr.) sind fast immer da. Auch einsame Ölscheichs im Anzug sind oft im Landhaus anzutreffen. Öffnungszeiten: 24 Stunden Gibt es seit: 1997 Bierpreis: 3,10 Euro Beliebtestes Essen: Käsespätzle und Würstl Musik: Es läuft rund um die Uhr das Radio (Top FM) Wen kann man hier treffen? Ölscheichs incognito.


Koralle

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Illustration: Julia Schubert

In Schwabing gibt es nur wenige Läden, in denen das Weggehen Spaß macht. Die Koralle (Bauerstr.) zählt dazu. Sie ist der Anlaufpunkt nach der Babalu Bar (Ainmillerstraße) oder wenn in der Schwabinger 7 (Feilitzschstr.) die Lichter angehen. Öffnungszeiten: Von 24 Uhr bis 7 Uhr. Manchmal kann es aber auch länger dauern, sagt der Wirt. Gibt es seit: Mindestens seit 50 Jahren Bierpreis: 0,33 Liter 3,50 Euro Beliebtestes Essen: Die Koralle hat nur kleine Snacks. Musik: Classic Rock


Flaschenöffner

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Illustration: Julia Schubert

Der Flaschenöffner (Fraunhoferstr.) und hat etwas von einer Bar im Studentenwohnheim. Zu Essen gibt es nichts, dafür werden kleine Schüsseln mit Chips immer wieder aufgefüllt. Im Flaschenöffner landet man, wenn in der Excess-Bar (Jahnstr.) die Lichter angegangen sind. Öffnungszeiten: 15 Uhr bis 5 Uhr Gibt es seit: Zwei Jahren Bierpreis: 2,90 Euro die Halbe Beliebtestes Essen: Chips Wen kann man hier treffen? Die Tatort-Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl waren schon da.

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