Proseminar Umhängetasche

Zum Start des Sommersemesters haben wir die sechs Taschen von ausgewählten Hochschulen getestet
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Illustration: Julia Schubert

University of Cologne Preis: 19,95 Euro Optik: Auffälliges Coca-Cola-Logo inkl. Wappen von 1388. Tasche wirkt aber nicht ehrwürdig, sondern windig, einfach an den Kanten vernähter Knitter-Kunststoff, anfälliger Klettverschluss und simpler Gurt. Hält auch optisch nicht länger als das erste Semester durch, lässt sich aber immerhin glaubwürdig als Weihnachtsmann-Tasche umfunktionieren – gut für den Nebenjob! Praxistest: Vorsicht mit spitzen Gegenständen – Reißgefahr! Wenn die Tasche konsequent vor Regen und Zigarettenglut geschützt wird, kann das Verfallsdatum trotzdem bis zum zweiten Semester hinausgezögert werden.


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Illustration: Julia Schubert

Universität Hamburg Preis: 36,90 Euro Optik: Bullig und feist, wie ein Mercedes-Kombi. Sieht aus, als wäre ein Exemplar der Zeit darin eingenäht. Ungewöhnliche Nähte, die das Design unruhig machen. Reichhaltige, gepolsterte Innenaufteilung, ziemlich unübersichtlich. Macht viele „Puff“-Geräusche und hängt nicht lässig, sondern dick, als würde man sein Kissen spazieren führen. Immerhin kann man im Park darauf seinen Kopf sehr gut ablegen. Praxistest: Bücher sind in dieser teuren Tasche vor umgestoßenen Bierflaschen sicher. Nachteil: Die Polsterung saugt nicht nur Flüssigkeiten sehr gut auf, sondern auch deren Gerüche. Sind zu viele Bücher drin, geht der Deckel nicht zu.


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Illustration: Julia Schubert

TU München Preis: 25 Euro Optik: Gelungene Innovations-Tasche mit hochkantiger Formgebung. Zurückhaltend in Farbe und Stoff, eingesticktes Logo. Sehr technischer Style, aber funktional bis hin zum Namensschild und trotzdem nicht langweilig. Seltsamer Spezialstoff. Durch die interessante Form passen auch kleinere Erfindungen rein (wenn sie hochkant sind), außerdem gut stapelbar (zum Beispiel bei W-Lan-Partys) und formstabil im Gedränge. Praxistest: Wegen des länglichen Formats schlagen die Kanten manchmal in die Kniekehlen – Stolpergefahr! Weist Regen überraschend gut ab, fällt aber im Brandlochtest durch.


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Illustration: Julia Schubert

Freie Universität Berlin Preis: 12,90 Euro Optik: Glossy LKW-Plane, die in grün wahlweise an Polizei oder Straßen-Promotion-Teams erinnert. Standard-Gurt und leider sehr kleine Klettverschlüsse, unangenehmer Geruch nach Lack und Kinderarzt. Insgesamt eher mäßige Verarbeitung, langweiliger Logo-Platz vorne. Nicht gerade Hauptstadtwürdig, sondern eher so, dass man in den richtigen Clubs damit falsch angeschaut wird. Praxistest: Auch bei hohem Gewicht angenehm zu tragen, weil der Gurt gut gepolstert ist. Wetterfest und damit auch für jede Party geeignet, auf der man die ganzen anderen zugezogenen Berliner trifft.


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Illustration: Julia Schubert

Technische Universität Darmstadt Preis: 19,96 Euro Optik: Auffälliger Tribal-Style auf der Deckel-Lasche, dazu wieder eine glänzende LKW–Plane. Ziemlich groß und wuchtig, der Name der Universität nur sehr dezent am Gurt. Guter Gesamteindruck, nur das Ethno-Bild verstört etwas, aber für Darmstädter, die Tatoos mögen, ist das auf jeden Fall ein Must-Have. Praxistest: Auch hier ist der Tragegurt verbesserungswürdig, da leider ungepolstert. Den Gefahren des Studentenalltags widersteht die robuste Planentasche souverän, der Preis lässt allerdings auf eine gewisse exzentrische Note oder vielleicht sogar Studentenhumor schließen.


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Illustration: Julia Schubert

Humboldt Universität zu Berlin Preis: 23 Euro Optik: Retro-Sporttaschenstyle mit hübsch abgesetzten Nähten und wertig eingesticktem Logo. Geruch nach Quarantänestation. Ziemlich schlichte Verarbeitung und sehr schwacher Tragegurt, der knittert und zum Verdrallen neigt. Eher dünnes Gewebe und Innenleben, in der Außenwirkung aber flott bis frech. Praxistest: Der drallernde Tragegurt ist unkomfortabel, wegen eines zusätzlichen Bodeneinsatzes kann die Tasche aber kurzfristig in einer Bierlache abgestellt werden, ohne gleich alle Bücher aufzuweichen.

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