Wo es weh tut: Als Kunstbanause bei Jonathan Meese

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Ich hasse abstrakte Kunst. Entweder kann ich auf den Bildern überhaupt nichts Sinnvolles oder gar Schönes erkennen, oder sie sind so überfüllt mit zusammenhangslosem Krimskrams, dass ich ebenso wenig verstehe. Dann komme ich mir dumm vor, weil sich der Künstler sicher irgendetwas dabei gedacht hat, das nur mir ungebildetem Idioten entgeht. Spaß habe ich jedenfalls keinen.

Jonathan Meeses Ausstellung in der Galerie Blau bildet da keine Ausnahme. Die Farben der Gemälde erinnern mich an meinen Malkasten aus dem Kindergarten, wenn ich von der einen in die andere Farbe gewechselt hatte, ohne den Pinsel auszuwaschen. Zwischen dem Gewirr von dicken Pinselstrichen sind Gegenstände mit Leim scheinbar wahllos in die Leinwand gebatzt. Eine Dollarnote, eine Unterhose, ein Aschenbecher - was man eben so griffbereit hat in einem Atelier. Oder ist doch eine Aussage dahinter? Ich grübele. Kein Lichtblick. Ich bleibe weiter ratlos, auch was die Skulpturen angeht. Sie ähneln zu groß geratenen Knetunfällen eines Vierjährigen. Ist die Bronzestatue neben der Treppe ein Vogel oder eine geborstene Teekanne? Ich will es gar nicht wissen. Denn die Empfangsdame nennt gerade den Preis dafür. Er liege im sechsstelligen Bereich. Schmerzgrenze überschritten.

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