Zukunft des Zündfunks: Die junge Welle machen

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In der vergangenen Woche haben sich zahlreiche Zündfunk-Fans in München getroffen, um Aktionen zur Rettung der Sendung zu planen ... ... diese Unterstützung ist großartig. Wir freuen uns sehr, dass der Zündfunk so viele Fans hat und dass die sich auch so aktiv für den Zündfunk engagieren. Das ist ein riesiges Kompliment für unsere Arbeit und zeigt, dass wir in den vergangenen Jahren gutes Programm gemacht haben.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Sonntagnacht vor dem BR-Funkhaus in München. Eine Aktion der Hörerinitiative zuendfunk-retten.de, Foto: Edward Beierle Diese Aktionen werden geplant, weil es zahlreiche Gerüchte um eine Jugendwelle und um die Zukunft des Zündfunks gibt. Was davon stimmt: wie geht es weiter mit dem Zündfunk? Es stimmt, der Bayerische Rundfunk plant eine Jugendwelle. Die Chancen dafür stehen derzeit so gut wie wahrscheinlich noch nie. Am Donnerstag gibt es eine Sitzung mit dem Hörfunkausschuss des Rundfunkrats, bei der das Konzept für eine solche Welle vorgestellt werden soll. Dieses Konzept wurde in unserem Programmbereich Bayern 3-Jugend und Multimedia entwickelt – ich habe den Projektverlauf in den vier Arbeitsgruppen – Musik, Wort, Multimedia und Marketing - koordiniert. Das heißt, die Jugendwelle wird nicht am Zündfunk vorbei geplant? In diesen Arbeitsgruppen waren Mitarbeiter vom Zündfunk, aus anderen Abteilungen des Hauses, aber auch Experten aus ganz Deutschland. Der Bayerische Rundfunk hat sich hier sehr geöffnet, auch für Stimmen von außen, um das bestmögliche Konzept zu erstellen. Und wie sieht das aus? Es geht um das erste multimediale Jugendradio in Bayern, d.h. wir sprechen nicht nur über ein lineares Radioprogramm und eine bloße Verbreitung über UKW-Frequenzen, sondern über unterschiedliche Wege, junge Menschen zu erreichen – auch digital, also über DAB und demnächst DMB und im Internet über Stream und Downloads. Darüber gab es viele Spekulationen: Wird die Jugendwelle nur über digitales Radio zu empfangen sein? Es geht ja wie eben gesagt um multimediale Formate. Aber ein solches, neuartiges Angebot braucht natürlich auch eine Art Schaufenster, also die Verbreitung über bekannte, für alle empfangbare Wege. Schließlich wollen unsere Hörer zumindest vorher wissen wie so ein Radio klingt, bevor sie sich neue Geräte kaufen um damit alle Vorteile eines Multimedia-Programms nutzen zu können. Und der Zündfunk wird dabei integriert? Der Zündfunk vollbringt ja im momentanen Programmumfeld einen schwierigen Spagat. Als Jugendangebot einerseits und als Teil des Kulturprogramms Bayern2Radio andererseits. Das ist nicht immer einfach. Wir haben hier in den vergangenen Jahren ein ganz eigenes Format entwickelt – sozusagen eine popkulturelle Feuilleton-Beilage. Dieses Format kann so nicht auf die neu zu gestaltende Junge Welle übertragen werden. Aber bereits die Entwicklung zeigt ja, dass hier ganz entschieden auf die Kompetenz der Zündfunk-Mitarbeiter und auf die Ressourcen in unserer Redaktion – von bestehenden Veranstaltungskonzepten wie die Bavarian Open – Reihe bis hin zu unserem O-Ton-Archiv – zurückgegriffen werden wird. Welche bisherigen Elemente des Zündfunks in Zukunft das Kulturprogramm Bayern2Radio bereichern könnten, das wird sich zeigen. Die Zukunft des Zündfunk war bereits Thema auf jetzt.de: Im Interview sprach Patrick Gruban über seine Webseite zuendfunk-retten.de, dort kann man auch weitere Bilder von der Aktion Sonntagnacht vor dem BR-Funkhaus sehen.

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