Das jetzt.de Original

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Ich heiße laut Wikipedia „grundlose Freude". Interessant, ein Grund sich zu freuen. Bin angeblich gerade noch in den besten Jahren, also beinahe alt und seit 2004 auf jetzt.de bekannt als Chiasmus. Hier poste ich vor allem Dinge, die meine grauen Zellen ein wenig farbig machen und bin z.B. mit gaen, tangomitlaecheln, lilluvya und Rockmaedchen befreundet. Im echten Leben wohne ich derzeit in einer kulturverseuchten Stadt namens Hildesheim und dort studiere ich laut dem Gründer meines Studienganges die hohe Kunst des multimedialen Schreibens - ich meine natürlich ich erforsche die Kultur und komme damit großartig zurecht. Im Internet findet man mich sonst noch auf facebook, natürlich, da ist ja jeder irgendwie und irgendwann hielt ich dem Druck nicht mehr stand - es war hart. Was übrigens niemand so gut kann wie ich, ist in jeder unpassenden Situation ohne sportliche Ambitionen und Aufwärmtraining einen Spagat zu vollführen, egal ob es wen interessiert. Und was ich schon immer einmal heimlich über meine Familie loswerden wollte, ist wer anderen eine Grube gräbt, hängt selbst am Galgen. Eigenkreierte Sprichwörter zählen zu einer ihrer Spezialitäten (neben aufblasbaren Klodeckeln, Mahlzeiten, die aus Kartoffelbrei, Pizza und Steak mit Brotaufstrich bestehen und dem Allroundmittel um hässliche Kabel zu verstecken, - Klebeband in Brauntönen.) Schluss mit lustig ist, wenn die Invasion der Insekten mich vollends aus meiner Wohnung getrieben hat. Spinnen. Große Käfer. Asseln. Schnaken. Die Zeit für große Helden scheint angebrochen zu sein. Jetzt.de bedeutet für mich jeden Tag auf Raten in jeglichen Formen zu explodieren//implodieren. Darauf gestoßen bin ich durch Hörensagen. Das Erinnernswerteste, was mir hier jemals passiert ist, waren etwaige Begegnungen, zu denen jetzt.de mir verholfen hat, die die Entsorgung von traurigen Weihnachtsbäumen beinhalteten, in einem Auto mitten auf der Fußgängerzone eine ganze Nacht lang Nick Drakes Cello Song zu entdecken, während Schulkinder Blumen auf die beschlagenen Scheiben malten oder betrunken an einen Literaturwettbewerb auf Bierdeckeln teilzunehmen. Außerdem habe ich hier meinen Lieblingsmenschen gefunden und ein Gedicht in Form einer Beerdigungseinladung veröffentlicht, was eine große Ehre war. Eine Handvoll ehemalige jetzt-Freunde sind auch Bestandteil meines in-Echt Lebens. Das Schönste auf jetzt.de ist die Tapete, die man sich großzügigerweise selbst aussuchen kann. Von jetzt.de gelernt habe ich: Was auf den ersten Blick absurd erscheint, ist es meist auch auf den zweiten. Ohne jetzt.de hätte ich nie ein Sammelsurium an datierten Gefühlsregungen, auf die ich verweisen kann, wenn ich jemanden erschrecken will. Den User lilluvya schlage ich als jetzt.de-Original vor, weil ich der fundierten Meinung bin, dass das eine gute Wahl ist. Und zu guter Letzt wünsche ich mir von jetzt.de mehr Tiefgang, weil ich mir das immer und überall wünsche.


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Illustration: Julia Schubert



Ich heiße Nina, bin 28 Jahre alt und seit dem 21. September 2001 auf jetzt.de bekannt als keos (damals dachte ich eher an griechische Inseln, als ich den Namen gewählt habe, heute mag ich es, dass es ein bisschen wie „Chaos" klingt, englisch ausgesprochen. Das passt zu mir). Hier vertreibe ich mir vor allem die Zeit mit dem Lesen verschiedenster Texte, kommentiere auch häufig, veröffentliche aber nicht mehr so oft Eigenes wie früher und bin mit vielen jetzt-Usern befreundet. Im echten Leben wohne ich derzeit in Basel, dort habe ich gerade mein Studium abgeschlossen und hänge im Moment ein bisschen in der Luft, weil das neue Leben noch auf sich warten lässt. Daneben singe ich viel und widme mich einem Projekt, in welchem ich konkret dazu beitragen kann, die Integration fremdsprachiger Kinder und Jugendlicher zu unterstützen – eine Herzensangelegenheit. Im Internet findet man mich sonst noch auf Facebook, und forschungsbedingt in den meisten anderen sozialen Netzwerken, da allerdings inkognito. Was übrigens niemand so gut kann wie ich, ist wegen Kleinigkeiten erstmal in Panik zu verfallen – und dann doch erstaunlich schnell selbst eine Lösung für das Problem zu finden. Mein Organisationstalent kommt erst in Krisensituationen richtig gut zur Geltung. Und was ich schon immer einmal heimlich über meine Familie loswerden wollte: ihr seid super. Solange ich nicht länger als ein paar Tage mit euch im selben Haus wohnen muss. Schluss mit lustig ist, wenn ich es sage. Daran hab ich mich gewöhnt, als ich noch Lehrerin war, und ich bin auch heute noch ganz gern der Chef, auch wenn nicht mehr immer alle ohne Protest das tun wollen, was ich sage... Jetzt.de bedeutete für mich von Anfang an ziemlich viel, weil ich hier Gleichgesinnte fand, die schon bald zu Freunden wurden. Darauf gestoßen bin ich durch eine Anzeige in der Süddeutschen Zeitung, die ich bei Bekannten meiner Eltern zufällig durchgeblättert habe. Da stand „Dein Publikum wartet" – und das war zu diesem Zeitpunkt genau das, was ich brauchte, weil ich gerade dabei war, das Schreiben ernsthaft für mich zu entdecken. Das Erinnernswerteste, was mir hier jemals passiert ist, war die Begegnung mit einem jetzt-User vor mehr als sieben Jahren, der heute zu den allerwichtigsten Menschen in meinem Leben zählt – und außerdem die vielen guten Gespräche mit den unterschiedlichsten Usern zu allen möglichen Themen – besonders viel Spass macht es aber dann, wenn ich mal wieder jemandem die Schweiz erklären darf. Einige jetzt-Freunde sind auch Bestandteil meines in-Echt Lebens, obwohl es dadurch, dass ich in der Schweiz wohne, nicht immer einfach war, sich auch „draussen" kennenzulernen. Es hat sich aber jedes Mal gelohnt! Das Schönste auf jetzt.de ist die Vielfalt an interessanten Menschen, die sich hier versammelt. Von jetzt.de gelernt habe ich: Internetbekanntschaften können sich zu wunderbaren Freundschaften entwickeln. Ohne jetzt.de hätte ich nie meinen besten Freund kennengelernt, angefangen an mein Schreibtalent zu glauben und vermutlich auch nicht damit begonnen, mich beruflich mit Social Network Sites zu beschäftigen. Den User rotfront schlage ich als jetzt.de-Original vor, weil er ein grossartiger Mensch mit vielen Facetten ist, von denen sein jetzt-Profil nur wenige zeigt. Und zu guter Letzt wünsche ich mir von jetzt.de, dass sowohl User als auch Redaktion weiterhin zu schätzen wissen, was für eine spezielle Gemeinschaft sich hier über die Jahre herausgebildet hat. 

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