Als ich meinem Frollegen mein Phablet geliehen habe

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Kürzlich erreichte mich die Nachricht, dass Marktforscher den Phablets eine großartige Zukunft vorhersagen. Ein Phablet, so lernte ich dann, ist eine Mischung aus einem Tablet und einem Smartphone, also quasi ein etwas Touchscreen-Telefon, dessen Display größer ist als das eines Smartphones, aber kleiner als das von iPad und dessen Konkurrenten.

Diese neue Gerätegattung finde ich allerdings nicht weiter spannend, interessanter fand ich den Namen, diese seltsam klingende Vermischung von zwei etablierten Begriffen. Ich musste sofort an die Netbooks denken, die so heißen, weil sie keine vollwertigen Notebooks sind, sondern nur dazu da, unterwegs im Netz surfen zu können. Neues Ding, neuer Mischname. Logisch. Genauso funktioniert auch die Namensgebung bei den vielen neuen Musikgenres. Auch da wird ja meistens das Misch-Prinzip herangezogen, um die neue Gattung zu beschreiben. Problematisch für das Verständnis wird das spätestens dann, wenn die gemischten Musikrichtungen selbst schon Mischungen verschiedener Stile sind. Dann entstehen Begriffe wie Trillwave, einem Mix aus dem nicht sonderlich riesigen Genre Chillwave und – ja, und was eigentlich?

Auch für Situationen und Dinge aus dem täglichen Leben gibt es manchmal keinen passenden Begriff, und irgendjemand erfindet dann einen neuen. So entstanden die „Magaloge“, Mischungen aus Magazinen und Katalogen. So wurde der Begriff „Frollege“ geprägt. Diese Bezeichnung für einen Menschen, der schon etwas mehr ist als nur ein Kollege, aber noch nicht wirklich ein echter Freund, wird, so scheint mir, in Artikeln und Radio-Beiträgen in letzter Zeit mit einer Selbstverständlichkeit verwendet, als stünde sie schon seit Jahrhunderten im Duden. Das ist nicht der Fall, aber vielleicht ändert sich das irgendwann. Schließlich ist diese Form zwischenmenschlicher Beziehungen eine recht weit verbreitete.

So seltsam ich die Musiknamen und Begriffe wie das Phablet finde, so symphatisch finde ich es, dass für Dinge, die Mischungen aus bereits Vorhandenem sind, auch Mischnamen erfunden werden. Man versteht sie normalerweise ohne großes Nachdenken, und sie sind platz- und zeitsparender als langwierige Relativsatz-Umschreibungen.

Deswegen die Frage: Kennst du auch solche Mix-Begriffe? Hast du vielleicht selbst einen erfunden oder willst das hier und jetzt tun?

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