Bahn spricht deutsch

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Diese Meldung steht heute im Wirtschafsteil der SZ:

Die Deutsche Bahn wird deutscher. Sie reduziert ihre fremdsprachigen Ansagen in Zügen und auf Bahnhöfen, wie sie jetzt ankündigte. Englische Durchsagen soll es nur noch auf den zehn größten Stationen geben und nur noch in Zügen, die Flughäfen mit internationalen Zielen anfahren. Durchsagen werden zudem knapper ausfallen. Bislang hatten Ansagen in Bahnhöfen im Schnitt 174 Wörter, künftig werden 80 genügen. Befragungen haben nämlich ergeben, dass sich viele Fahrgäste an langer Belehrung stören. Ja, und die Mitarbeiter werden zudem intensiver geschult, damit sie freundlicher sprechen. Begonnen hat die Bahn damit schon - in München. Die Beschwerde- und Auskunftstheke neben den Bahnsteigen wird allerdings nicht umbenannt. Sie bleibt der 'Service-Point'. SZ, AFP

Dabei gab es doch wenige Augenblicke, in denen es in der Bahn so übergreifend menschelte, wie bei den Durchsagen! Wenn es von der Lokomotive her lustig anglo-sächselte oder der Oberschaffner stockend versuchte, die kulinarischen Nichtigkeiten des Bordbistros "Bordtreff" vorzulesen. Da war das ganze Abteil nicht nur still, sondern auch in vernichtendem Kopfschütteln und Kichern vereint. Das soll nun mit knappen 80 Wörtern beschnitten werden. Aber ist das nicht auch noch ziemlich viel Platz, um Unsinn zu reden? Glaubst du, dass sich durch diese Reform irgendwas verbessert? Was möchtest du den Sprachtrainern der Bahn auf den Weg geben, welche Sprachschöpfungen in Ansagen und Anreden stören dich besonders, welche Sätze kannst du einfach nicht mehr hören und was war die schönste Durchsage, bei der du live dabei sein durftest?

Text: max-scharnigg - photocase/MissX

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