Bist du schlecht gelaunt produktiver?

Schlechte Laune ist zwar keine spaßige Angelegenheit, dafür lässt sie uns, laut einiger Studien, konzentrierter arbeiten und besser denken. Bist du bei mieser Stimmung auch produktiver?
paulina-hoffmann

Hier kommt die Hiobsbotschaft für alle sonnigen Gemüter, die sich von ihrer guten Laune beschwingt durchs Leben tragen lassen: Heiterkeit macht uns leichtgläubig und vermindert unsere Konzentrationsfähigkeit. Zu dieser Erkenntnis kamen Forscher nach zahlreichen Studien und Versuchen, die jetzt von dem Psychologieprofessor Joseph Forgas von der University of New South Wales in Sydney in einem Überblicksartikel zusammengetragen wurden.

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Illustration: Julia Schubert

Schlechte Laune hat auch ihre guten Seiten.

Damit wären auch die penetrant-pädagogischen Ratschläge der Lehrer, man müsse einfach Spaß am Lernen haben, dann würden sich Lateinvokabeln und Reaktionsgleichungen wie von selbst ins Hirn schrauben, endgültig als Unfug enttarnt. Klar, wer sich innerlich gegen etwas sträubt tut sich schwer, es im Kopf zu behalten. Aber eine gesunde Portion schlechte Laune, so Forbes, lässt uns auch bei langweiligen Tätigkeiten konzentrierter bei der Sache bleiben. Die miese Stimmung – auch Dysphorie genannt – macht uns zudem zu Skeptikern, die nicht einfach blauäugig alles für bare Münze nehmen, was man ihnen erzählt. Kurz: Der Miesmuffel ist ein kritischer Geist, der effektiv arbeitet – der Strahlemann ein leichtgläubiger Träumer.

Auch wenn die Frohnatur in mir jetzt energisch aufbegehrt und mir viele Sachen gut gelaunt einfach leichter von der Hand gehen muss ich zugeben: Mit ausgelassener Stimmung am Schreibtisch sitzen und arbeiten ist die Hölle! Kaum habe ich einen Gedanken mühsam im Kopf in Form gebogen, drängt sich die Vorfreude auf das Feierabendprogramm dazwischen. Statt auf den Bildschirm, gucke ich aus dem Fenster und erfreue mich am Wetter, und wenn mich dann eine innere Stimme dazu zwingt, zum gefühlt tausendsten Mal „Get Lucky“ durch mein Zimmer scheppern zu lassen, ist es endgültig vorbei mit der Produktivität.

Eine kleine Prise Dysphorie ist also manchmal gar nicht schlecht, um sich anspruchsvollen Aufgaben mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Ausdauer  zu widmen. Wie steht es mit deiner Effektivität bei mieser Stimmung? Kannst du dich dann auch besser konzentrieren, oder blockiert dich das eher beim Denken? Gibt es unliebsame Arbeiten, die du grundsätzlich nur machst, wenn du eh schon genervt bist? Oder kannst du schlechter Laune etwas anderes Positives abgewinnen?

Text: paulina-hoffmann - Foto: Kruemlmonster/photocase.com

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