Bittere Pille

Die Antibabypille gilt als Symbol der Emanzipation und als eines der sichersten Verhütungsmittel. Aber sie hat auch riskante Nebenwirkungen: Die 16-jährige Céline zum Beispiel erlitt eine Embolie. Sind dir die Nebenwirkungen der Pille bewusst?
katharina-elsner

Es scheint so einfach. Jeden Tag ein Stück Freiheit, jeden Tag ein Stück sexuelle Selbstbestimmung. Mit nur einem Schluck spült man die Antibabypille hinunter und muss keine Angst davor haben, in neun Monaten Mutter zu sein. Die Pille gilt als eines der sichersten Verhütungsmethoden.

Nebenbei preisen die Konzerne die Pille als Allheilmittel für schöne Haut oder gegen fettige Haare an. Gerade für viele Mädchen ein Grund, die Frauenarztpraxis aufzusuchen. So wie die damals 16-jährige Céline aus der Schweiz. Aber vier Wochen nach der ersten Einnahme der "Yasmin" erlitt sie eine Lungenembolie. Seitdem ist sie schwerstbehindert. Ihre Familie kämpft deswegen gegen den Vertreiber und Konzernriesen "Bayer". Bislang erfolglos, denn Produktfehler konnte Céline nicht nachweisen.

Default Bild

Illustration: Julia Schubert

Wie gefährlich ist die Pille?

Es ist kein Einzelfall. In Deutschland sind seit 2001 sieben Frauen gestorben, die Antibabypillen aus der Yasmin-Serie von Bayer genommen hatten. In Frankreich wurde die Verschreibung stark eingeschränkt, ein anderes Präparat des gleichen Herstellers verboten.

Die Risiken und Nebenwirkungen stehen auf jeder Packungsbeilage. Wahrgenommen werden sie wohl von den wenigstens Frauen. Unkontrollierte Stimmungsschwankungen oder ein paar Pfunde mehr auf den Hüften sind da noch die harmlosen Begleiterscheinungen. Gefährlich wird es, wenn Blutgerinnsel entstehen. Wandert die Thrombose aus den Venen in die Lunge oder ins Gehirn, kann es zu Embolien oder Schlaganfällen kommen.

Doch was tun, wenn Kondome lusttötend sind, Temperaturmessungen umständlich oder eine Sterilisation zu endgültig erscheinen? Rettung ist in Sicht. Denn: Die "Pille für den Mann" ist auf dem Vormarsch. Australischen Forschern ist es gelungen, die Proteine zu blockieren, die den Transport des Spermas in Richtung Penis auslösen. Zugegeben: bisher nur bei Mäusen. In etwa zehn Jahren aber könnten vielleicht Männer statt Frauen eine tägliche Hormondosis einnehmen. Die Nebenwirkungen sind allerdings noch nicht erforscht.  

Mädchen, wie bewusst sind euch die Risiken der Antibabypille? Habt ihr Angst vor Thrombose oder Schlaganfällen? Nehmt ihr sie trotzdem in Kauf? Und Jungs, würdet ihr die Pille für den Mann schlucken? Welche Nebenwirkungen könntet ihr für das Wissen um eine sichere Verhütung verschmerzen? Habt ihr an eurer Freundin Auswirkungen der hormonellen Verhütung bemerkt? Sorgt ihr euch um sie?

Text: katharina-elsner - Foto: emoji / photocase.com

  • teilen
  • schließen