Blau auf dem Fahrrad, der Heimfahrticker

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Es ist Sommer und der Abend soll schön lustig werden. Doch die Party ist am anderen Ende der Stadt, Bahnfahren ist umständlich und Taxis sind teuer. Na klar, man nimmt sein Rad und flitzt dem Vergnügen entgegen - und weiß ganz genau, dass das Bier wieder in Strömen fließen wird.

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Illustration: Julia Schubert

Prost! Und später dann flink mit dem Rad nach Hause? Doch der Auto Club Europa schlägt jetzt Alarm. Nie zuvor seien so viele Fahrradfahrer in Unfälle geraten. Besonders auffällig: Bei Fahrradunfällen, in denen Personen zu Schaden kamen, habe jeder achte Radler getrunken oder andere Rauschmittel zu sich genommen. Auch die Gerichte sind inzwischen fleißig damit beschäftigt, berauschte Radler zu bestrafen. „Ab 1,6 Promille gilt man als absolut fahruntüchtig“, sagt der ADAC Verkehrsjurist Markus Schäpe. Erwischt einen die Polizei, wird man in der Regel zur Zahlung von 30 Tagessätzen verurteilt. Das ist ein Monatseinkommen. Danach ordnet die Führerscheinstelle eine Medizinisch Psychologische Untersuchung (MPU) an, den sogenannten Idiotentest. Wer hier durchfällt, ist den Führerschein los, sofern er einen hatte. Als ob das alles noch nicht hart genug ist, kann es aber noch dicker kommen. Der Giessener Student Christopher Hahn weigerte sich, zur MPU gehen, nachdem ihn die Polizei mit 1,72 Promille vom Rad geholt hatte. Die Führerscheinstelle sprach anschließend ein Fahrradverbot aus. Bis 2024 sind Drahtesel jetzt für Christoph tabu. Verstößt er dagegen, werden jedes Mal 25 Euro fällig. Erst im Februar bestätigte auch der Bayrische Verwaltungsgerichtshof in einem ähnlichen Fall das Fahrverbot für Fahrzeuge aller Art. Wie ist das bei dir? Hast du auch keine Hemmungen mit sechs achten im Kahn noch kräftig in die Pedale zu treten? Oder musstest du schon selbst einmal deine Fahrtüchtigkeit bei der MPU unter Beweis stellen?

Text: clemens-haug - Bild: DDP

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