Onno ist schonmal ziemlich gut. Mein Großonkel hieß so, Jahrgang 1919. Meine Oma mütterlicherseits: Gunhild (Jahrgang 1925). Ihr Mann hieß Otto. Und damit hätten wir vielleicht schon drei typische Vertreter beisammen. Denn manche Vornamen, etwa Gunhild, fallen aus der Zeit und sterben aus. Weil sie irgendwie zu wilhelminisch klingen, weil in ihnen zu viel von der Zeit mitschwingt, in der sie modern waren - und sich an diese Zeit niemand so recht gern erinnert.

Andere Namen fallen erst aus der Zeit, kommen dann aber irgendwann wieder zurück in sie hinein: "Otto" zum Beispiel. In jedem dieser modernen Großleiterwagen, mit denen Kita-Betreuerinnen seit ein paar Jahren die Kleinkinder durch mein Viertel schieben, sitzt mindestens ein Otto. Warum ist dieser Name wieder da? Vielleicht, weil er schon ein paar Jahrhunderte älter ist als die Modenamen der Weimarer Republik, die viele unserer Großeltern tragen und die noch immer irgendwie historisch unfein wirken?

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Wie die wohl heißen?

Eines ist sicher: Die Vornamen unserer Omas und Opas erzählen ihre eigenen Geschichten. Und zwar egal, ob es sich dabei um inzwischen schwer vermittelbare Trümmer handelt wie Gottfried oder Hermann, oder längst vergessene Funkelnamen wie Apollinaris oder Majesta, an die sich vor lauter Altertümlichkeit auch noch kein junger namensuchender Familiengründer herantraut.

Welche seltenen, ausgestorbenen oder längst wieder trendigen Vornamen verstecken sich in deiner Familiengeschichte? Welchen magst du am liebsten?

Text: lucas-grunewald - Foto: Mordechai / photocase.de