Der Anti-Literatur-Ticker: Über welche Bücher ärgerst du dich?

Alle reden über tolle Bücher. Dabei gibt es viel mehr schlechte als gute Bücher. Welche sind das?
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Illustration: Julia Schubert

Heute eröffnet die Frankfurter Buchmesse und alle Zeitungen sind voll mit Beilagen, Sonderseiten und Extra-Specials über neue Bücher. Das ist ja auch gut so, weil eigentlich immer noch viel zu wenig Menschen lesen. Bei jungen Menschen zwischen 18 und 30 ist es etwa eine halbe Stunde pro Tag, die sie mit Lesen verbringen. Zum Vergleich: Ferngesehen wird im Schnitt 210 Minuten pro Tag. Trotzdem – und das muss man jetzt trotz Buchmesse und allem mal sagen: Es gibt einfach wahnsinnig viel Schrott-Bücher. Natürlich sind da die unzähligen Groschenromane, aber die meine ich nicht. Ich meine Bücher, bei denen alle sagen: „Tolles Buch, musst Du lesen, hat mein Leben verändert“. Dann liest man es und ärgert sich, dass man mit diesem Schinken seine Zeit verbracht hat. „Der Alchemist“ von Paolo Coelho zum Beispiel ist so ein Buch. Weil es nur so von esoterische Pseudo-Lebenshilfe trieft. „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse mag vielleicht hohe Literatur sein, ist aber einfach wahnsinnig langweilig. Und in welchem Zustand man sein muss, um gespannt die seitenlangen Schilderungen einer Handbewegung Madeleines in Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zu lesen, ist mir bis heute unklar. Über welche Bücher ärgerst du dich? Welche bereust du, gelesen zu haben?

Text: maria-freilich - Foto: ddp

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