Der Aussteiger-Ticker - Bist Du reif für die Insel?

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Als „Eskapismus“ bezeichnet man die Flucht aus der realen Welt in eine verklärte und idealisierte Scheinwirklichkeit flüchten. Das funktioniert mit Computerspielen, Drogen oder Urlauben. Eskapismus ist aber auch eine Modeerscheinung. Hippies zum Beispiel pilgerten scharenweise nach Goa, weil sie sich dort das bessere Leben und Erleuchtung erhofften. Etwas später wollten deutsche Wohlstandslinke am liebsten in die Toskana auswandern und den Rest ihres Lebens Weintrauben lesen. Andere träumten vom Olivenbaum, vom weißen Sand und türkisem Meer und davon, alles liegen und stehen zu lassen. Irgendwie hatten sie ja alle Recht: Warum soll man hier 60 Stunden in der Woche rackern, nur damit einem mit 40 der Herzinfarkt erwischt, wenn man längst Dolce Vita in Thailand machen kann?

Nur hat die Auswanderei meistens mehr Haken, als man anfangs denkt: Das fängt schon einmal damit an, dass den ach so weißen Sand auch Sandflöhe ganz toll finden und hört bei der beschränkt funktionalen Stromversorgung und den Wasserleitungen eines griechischen Dorfes auf. Reportagen wie „Mein neues Leben XXL“ funktionieren wegen dieser Fallhöhe.

Trotz diverser Fernsehformate scheint Auswandern aber ein bisschen aus der Mode geraten zu sein. Kaum jemand mehr träumt davon, den Rest seines Lebens teilsediert und brutzelnd an einem Strand zu verbringen. Liegt es daran, dass man heute in diesem Land viel besser leben kann als noch vor 20 Jahren? Hat niemand mehr Zeit für Eskapismus? Wissen alle durch ihre obligatorische Weltreisen und Erasmus-Jahre, dass die im Süden auch nur mit Wasser kochen? Oder geht Dir hier manchmal alles voll auf den Geist?

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