Der darf das, der hat Narrenfreiheit

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Charlie Sheen ist so etwas wie der Klassenkasper des amerikanischen Volkes. Der Mann kann sich anscheinend alles erlauben: Eine Exfreundin hat er in den Arm geschossen, eine andere am Weihnachtsabend so eingeschüchtert und bedroht, dass sie die Polizei rief, eine Pornodarstellerin hat er gar in den Schrank seines Hotelzimmers eingesperrt, weil er in seinem Drogenwahn angenommen hatte, sie hätte ihn beklauen wollen.

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Illustration: Julia Schubert


Und vergangenen Donnerstag wurde er nach einem 36-Stunden-Koks-Porno-Nutten-Alkohol-Marathon wegen "starker Unterleibsschmerzen" in die Notaufnahme gekommen.

Bis heute hat dies seinem Erfolg als bestbezahlter Seriendarsteller aller Zeiten (in der unfassbar banalen Serie "Two And A Half Man" spielt er eine leicht bereinigte Rolle seiner selbst) keinerlei Abbruch getan. Was dann doch ein wenig sonderbar erscheint, wenn man bedenkt, wie hoch moralisch die amerikanische Öffentlichkeit normalerweise auf solche Eskapaden ihrer Lieblingsschauspieler reagiert:
Mit Todesverachtung, die sich nur dann wieder in Anerkennung verwandelt, wenn der Betreffende wahre Reue zeigt und jahrelang im Büßergewand herumwandert (siehe Robert Downey Jr., Lindsay Lohan, Britney Spears).

Was ist wohl so speziell an Charlie Sheen, dass ihm auch die übelsten Eskapaden sofort wieder verziehen werden? Glaubst du, es gibt einfach Menschen, denen man so gut wie alles nachsieht, weil sie das Leben führen, von dem die Allgemeinheit heimlich träumt? Hast du auch so einen Charlie in deinem Freundeskreis, dem man mehr nachsieht, als den anderen?



Text: jetzt-redaktion - Bild: dpa

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