Der E-Book Ticker: Kennst du jemanden, der E-Books liest?

Der Siegeszug der E-Books, großes Thema. Doch wer kauft die elektronischen Bücher eigentlich? Du?
mercedes-lauenstein

Immer, wenn ich in einen Buchladen gehe, überkommt mich neuerdings ein mulmiges Gefühl. So viele Bücher, denke ich, wie sollen die denn in der Rastlosigkeit unserer Gesellschaft noch ein angemessenes Maß an Aufmerksamkeit bekommen? In riesigen Stapeln liegen sie da und kommen mir vor wie Waisenkinder, die vielleicht nie mehr abgeholt werden.

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Illustration: Julia Schubert

Das Gerede um den Siegeszug der E-Books ist groß, doch selbst wenn in den USA angeblich schon mehr E-Books verkauft werden als echte Bücher: Der Todestag des Buches liegt noch in weiter Ferne. Hoffentlich in unerreichbarer Ferne. Wenn es nach mir ginge, könnten alle E-Books des Planeten mal ganz schnell sehen, dass sie Land gewinnen. Und ich habe den Eindruck, dass es all meinen Freunden und Bekannten auch so geht. So praktisch das digitale Lesen auf den ersten, zweiten und manchmal auch dritten Blick scheint: Wer würde behaupten, auf die Romantik eines echten Buches mit gedruckten Worten, duftendem Papier und einem absolut unbedarften Analogcharme verzichten zu wollen? Ein Buch kann man in den Sand schmeißen, ein Buch kann mit in die Badewanne, ein Buch braucht keinen Strom, ein Buch ist doch die ultimative Urlaubsinsel aus unserer digitalen Lebenswelt, oder nicht? Ich weiß, dieses Thema ist viel besprochen und hat durchaus schon Aus-dem-Hals-raushänge-Potential. Aber was ich mich wirklich frage ist: Wer sind denn diese ganzen Menschen überhaupt, die Amazon ihre angeblichen Wahnsinns-E-Book Erfolge bescheren? Klar gibt es Menschen, die alles Neue gleich ausprobieren müssen. Das sind dann aber auch die Leute, die doofe Funsportarten betreiben oder mit Segways durch die Straßen gleiten – und das dürfte ja wohl immer nur eine verschwindene Minderheit sein. Oder liege ich da komplett falsch? Liest du E-Books? Lesen deine Freunde E-Books? Kennst du überhaupt jemanden, der schon einmal wo anders als im Apple Store via iPad in ein E-Book hineingeschaut hat? Ach und: Wenn ja, wie ist das eigentlich? Geht das wirklich gut? Ist das womöglich genauso entspannend wie das Schmökern zwischen griffigem Papier?

Text: mercedes-lauenstein - Foto: dpa

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