Der Fußball-Schock

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Fußball, das dürfte längst jedem klar sein, ist längst nicht mehr einfach nur ein Spiel. Es ist ein Geschäft, bei dem sehr viel Geld im Spiel ist. Und wenn es irgendwo um Millionen geht, lockt das Leute an, die ihren Teil davon abhaben wollen, auch mit unlauteren Mitteln.  

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Illustration: Julia Schubert



Gestern wurde bekannt, dass die europäische Polizeibehörde Europol einen enormen Fußball-Wettskandal aufgedeckt hat. Mehr als 380 Spiele in europäischen Ländern (70 davon in Deutschland) aus den Jahren 2008 bis 2011 stehen unter dem Verdacht, manipuliert worden zu sein, dazu kommen 300 weitere Spiele, die außerhalb Europas stattgefunden haben. Der Skandal reicht von Partien aus dem Amateurbereich bis hinein in die Championsleague. Auch WM- und EM-Qualifikationsspiele sollen betroffen gewesen sein.  

Insgesamt seien mehr als zwei Millionen Euro an Bestechungsgeldern an Spieler und Offizielle gezahlt worden, das Wettkartell aus Singapur, das die Spiele manipuliert haben soll, soll damit allein in Deutschland Wettprofite in Höhe von acht Millionen Euro erzielt haben.

Dass Fußballspiele manipuliert werden, ist keine Neuigkeit. Viele der Fälle, um die es jetzt geht, waren bereits bekannt. Es ist die Gesamtzahl, die schockiert. Fast 700 Spiele sind verdächtig, und laut dem Chefermittler der Bochumer Staatsanwaltschaft, die in Deutschland für die Ermittlungen zuständig ist, sind diese Spiele nur ein kleiner Teil von Betrügereien größeren Ausmaßes.  

Gestern war im Zusammenhang mit dieser Nachricht oft von einem „Schock für den Fußball“ zu lesen. In den Kommentarfeldern der Online-Medien zeigten sich viele aber wenig überrascht. Wo viel Geld im Spiel sei, werde auch betrogen, wo gewettet werden dürfe, werde versucht zu manipulieren. Und nach den Fällen, die in den vergangenen Jahren tröpfchenweise bekannt geworden sind, sei es nicht verwunderlich, dass ein weltweit operierendes Kartell im Spiel sei.  

Wie hast du die Nachricht aufgenommen? Bist du beim Thema Fußball schon länger misstrauisch gewesen? Oder haben dich die Europol-Enthüllungen schockiert? Fühlst du dich getäuscht? Wirst du in Zukunft mit einer anderen Einstellung Fußball schauen und jeden Schiedsrichterpfiff und jedes Foul im Strafraum kritisch hinterfragen?

Text: christian-helten - Foto: dpa

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