Der Renten-Panik-Ticker

Das Thema ist ungefähr so beliebt wie eine Darmspiegelung - und ungefähr genauso notwendig: Die Rente oder das, was einst von ihr übrig bleiben wird. Mit neuen Rechenspielen aus dem Arbeitsministerium wird die Panik neu geschürt
christina-waechter

Achtung, bitte nicht sofort einschlafen, es geht hier auch um deine Rente. Die ist nämlich gar nicht sicher, sagt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen – im Gegenteil – und hat mal ein paar schockierende Rechenaufgaben für uns durchgespielt:
Wer von heute an 35 Jahre lang voll arbeitet und monatlich brutto 2500 Euro verdient hat, kann sich auf (Achtung, festhalten, Trommelwirbel) eine Rente in Höhe von 680 Euro freuen. Wer 40 Jahre durch knüppelt, muss während dieser Zeit konstant über 2200 Euro verdient haben, um danach eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten. (Nur so als Referenzgröße: 2010 haben mehr als ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer weniger als 2500 Euro verdient.)

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Illustration: Julia Schubert


    
Das sind also die rosigen Aussichten für unser aller Zukunft. Die Frage ist nur: Was fangen wir mit dieser Information an?

Ein paar Möglichkeiten:
Man kann zum Beispiel sofort kündigen, weil sich arbeiten ja nun sowieso nicht lohnt, man so entspannter ins Rentenalter hinüber gleiten und sich schon früh daran gewöhnen kann, mit relativ wenig Geld auszukommen.
Man kann auch sofort mehrere private Altersvorsorge-Strategien austüfteln, Riestern, Immobilien kaufen, den Sparstrumpf unter die Matratze stopfen. Immer vorausgesetzt, man hat etwas, um es in den Sparstrumpf zu stecken.
Oder man kann einfach die Ohren zu halten und darauf hoffen, dass diese oder eine der nächsten Koalitionen das Problem durch eine Zusatzrente löst oder die beschlossene Rentenreform rückgängig macht.    

Und wie sieht deine emotionale Verfassung aus, wenn du an deine spätere Rente denkst? Gehörst du zu den Verdrängern? Oder bist du jemand, der eine solche Zukunftsaussicht als große Herausforderung sieht?   



Text: christina-waechter - Foto: oh

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